Die Falken Thüringen beim Ratschlag

Ratschlag

Auf dem 26. antifaschistischen und antirassistischen Ratschlag, der dieses Jahr in Ilmenau stattfindet, sind auch die Falken mit einigen Workshops am Start:

Workshopphase 1, 12-14 Uhr:

Historische Faschismustheorie(en)?! – Ein Gegenstand, unterschiedlichste Analysen

Verschwörung des deutschen Großkapitals, Ausrutscher der Geschichte, oder Notwendigkeit. Es gibt sehr unterschiedliche Analyse wie es zum deutschen Faschismus/Nationalsozialismus kam. Wir wollen uns exemplarisch drei unterschiedliche Analysen zur Hand nehmen und herausarbeiten, welche Interessen mit diesen Analysen verbunden sind. Zwei (Thalheimer und Dimitroff) sind aus den dreißiger Jahren, eine (Mason) aus einer Debatte, die in den Siebzigern in der Zeitschrift „Das Argument“ geführt wurde. Der Workshop wird eine Mischung aus Input meinerseits und Kleingruppenarbeit zu den einzelnen Texten, die dann gemeinsam im Plenum diskutiert werden. Es ist kein Vorwissen notwendig.
– Tyll, Falken Erfurt

My Body, My Choice – Revisited

Die Auseinandersetzung mit Abtreibung und reproduktiven Rechten erscheint oft als ein veraltetes Thema der 2. Frauenbewegung. Warum das Thema aber für eine sich feministisch und antifaschistisch verstehende Bewegung immer noch aktuell & wichtig ist, möchten wir zusammen mit euch erarbeiten. Der Fokus liegt dabei auf der Erklärung der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Abtreibung. Wie hängen bürgerliche Familienideale, rechte Bewegungen und das immer noch aktuelle Interesse an der Kontrolle der reproduktiven Fähigkeiten von Frauen zusammen?
– Elena, David und Janis vom Bündnis feministische Kämpfe, Jena

Workshopphase 2, 15.30-17.30 Uhr:

Kritik des Klassismus

In diesem Workshop wollen wir zunächst gemeinsam einen Begriff von Klassismus erarbeiten. Dabei soll anhand von Thesen den Zusammenhang zwischen Klassismus und Kapitalismus diskutiert werden. Das Ziel ist, eine Klassismuskritik zu entwickeln, die die materiellen Ursachen dieser Diskriminierungsform thematisiert und angreift. Dabei wird gleichzeitig klar: Auch die Kapitalismuskritik kann durch eine Auseinandersetzung mit klassistischer Diskriminierung nur gewinnen.
– Maria, Falken Jena

Der Ratschlag findet vom 4.-5. November an der freien Reformschule „Franz von Assisi“ in Ilmenau statt. Hier gehts zum Programm.

Offenes Plenum der Falken Jena

Offenes Plenum der Falken Jena

Für alle, die schon immer mal wissen wollten, was die Falken eigentlich so machen, die auf der Suche nach netten Genossinnen und Genossen sind, die sich gegen die Zumutungen dieser Gesellschaft organisieren und gemeinsam diese Welt verstehen und verändern wollen.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung und für eine andere, bessere Welt. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es notwendig ist sich zusammen zu tun. Gemeinsames Denken und Handeln ist notwendig, um Veränderung zu bewirken. Dafür wollen wir zusammen und voneinander lernen, zusammen kämpfen und unsere wenige Freizeit gemeinsam gestalten und genießen. Wir wollen einen Gegenpol zur alltäglichen Zumutung durch Schule, Uni oder Arbeit schaffen. Wir haben keine Lust darauf, uns einzufügen und uns krumm zu machen, um ein Leben voller Langeweile und Entbehrung zu führen. Dies sind nicht unvermeidbare Nebenwirkungen einer unveränderbaren Welt, sondern die konkreten Folgen dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, gegen die uns tausend gute Gründe einfallen und tausend Dinge, die wir gegen sie tun können.

Komm zum offenen Plenum am 24. Oktober 2016, ab 19:00 Uhr im DJR – Seidelstraße 21, 07749 Jena

Die Falken Jena bei den Alternativen Orientierungstagen 2016

Die Falken Jena bieten im Rahmen der Alternativen Orientierungstage an der Universität Jena mehere Workshops an:

TTIP und seine Kritiker*innen

In diesem Vortrag soll erklärt werden, was Gründe für Freihandelsabkommen wie TTIP sein könnten. Aus einer Analyse der europäischen Staaten als kapitalistische Staaten soll versucht werden zu erklären, warum die europäischen Staaten ihren BürgerInnen TTIP und andere Freihandelsabkommen zumuten. Dabei sollen häufig hervorgebrachte Kritikpunkte an TTIP dargestellt und kritisiert werden. Zu diskutieren bleibt, wie eine Kritik an TTIP aussehen könnte, die sich nicht das Interesse des Staates zu eigen macht, sondern das Leid der Menschen in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung stellt.

Datum: 11. Oktober 2016, 18-20 Uhr
Ort: Hörsaal 6

Überlegungen zum Verhältnis von Geschlecht und Theoriearbeit (Women* Only)

Auch in linken Zusammenhängen sind Frauen*, wenn es um „Theoriearbeit“ geht, oft die Ausnahme. Wir haben uns gefragt, woran das eigentlich liegt. Wir wollen über die Erfahrungen diskutieren, die wir als Frauen* bei linker Theoriearbeit machen und versuchen, Strukturen und Mechanismen dahinter zu erkennen und zu erklären. Darüber hinaus wollen wir Überlegungen anstellen über ein feministisches und herrschaftskritisches Verhältnis zu Theorie. Die Diskussion soll anhand von Thesen stattfinden. Der Workshop ist nur für Frauen* gedacht.

Datum: 12. Oktober 2016, 18-20 Uhr
Ort: Hörsaal 6

Kritik des Klassismus

In diesem Workshop wollen wir zunächst gemeinsam einen Begriff von Klassismus erarbeiten. Anschließend soll anhand von Thesen der Zusammenhang zwischen Klassismus und Kapitalismus diskutiert werden. Ziel ist, eine Klassismuskritik zu entwickeln, die die materiellen Ursachen dieser Diskriminierungsform thematisiert. Dabei wird gleichzeitig klar: Auch die Kapitalismuskritik kann durch eine Auseinandersetzung mit klassistischer Diskriminierung nur gewinnen.

Datum: 18. Oktober, 18-20 Uhr
Ort: Seminarraum 308

Außerdem lädt das Bündnis feministische Kämpfe, dem auch die Falken Jena angehören, zu einem Vortrag mit Barbara Duden zum Thema

Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Missbrauch des Begriffs Leben

Barbara Duden beschrieb in ihrem Buch „Der Frauenleib als öffentlicher Ort“ von 1991, wie sich das Verständnis und Erleben von Schwangerschaft durch neue Techniken und Sprechweisen über die Zeit hinweg radikal verändert haben. Am Ende dieser Entwicklung steht das Kind als Fötus, die Frau als dessen „biologisches Umfeld“ und das Ungeborene als „das Leben“, das es gesellschaftlich als höchsten Wert zu schützen gelte. Wir haben Barbara Duden eingeladen, um mit uns über dieses nach wie vor hochaktuelle Thema zu diskutieren.

Datum: 20. Oktober 2016, 19-21 Uhr
Ort: Hörsaal 7

Wochendseminar: Prostitution. Feministische und sozialistische Perspektiven

Prostitution wird in den Medien sehr kontrovers behandelt. Meist prallen unversöhnliche Positionen gegen und „für“ Prostitution aufeinander. Wir wollen uns diese Positionen einmal genauer ansehen, sie auf Widersprüche und Missverständnisse prüfen, um so am Ende eine eigene feministisch-sozialistische Perspektive auf Prostitution zu gewinnen.

Ort: DJR Jena (Seidelstr. 21, 07749 Jena)
Zeit: Samstag, 18.06.2016 (09:30 Uhr) bis Sonntag, 19.06.2016 (ca. 13 Uhr)

Teilnahmebeitrag: 5 Euro

Roter Tresen der Falken am 26.05.

Demo gegen §218

Datum: 26.05.2016 ab 20:00
Ort: Freiraum e.V.

„Wer vom Feminismus nicht reden will, soll vom sich hart gönnen schweigen“

Die Falken Jena laden am Donnerstag, den 26. Mai, ab 20 Uhr in den Freiraum zum roten Tresen der Solidarität. In gemütlicher Runde kann getrunken, gelacht und diskutiert werden. Das Geld, das über bleibt, wird zum einen der Roten Hilfe Jena und zum anderen der Mobilisierung für die Gegenproteste in Annaberg-Buchholz am 6. Juni zugutekommen:

Nach den Protesten gegen diverse AfD-Demonstrationen und gegen den Fackelmarsch von Thügida am 20. April gab und gibt es Kosten für Menschen, welche ihren Unmut auf die Straße getragen und im Zuge dessen eine Anzeige kassiert haben. Um diesen Menschen solidarisch zur Seite zu stehen ist Geld notwendig, sei es für Rechtsberatung oder Prozesskosten. Dafür werden wir spenden!

Anfang Juni versammeln sich in Annaberg-Buchholz wieder vermeintliche „Lebensschützerinnen“ und „Lebensschützer“, um mit einem Schweigemarsch gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen – das Recht auf Schwangerschaftsabbruch – zu demonstrieren. Christliche FundamentalistInnen, parteipolitisch bei CDU und AfD zu verorten, trommeln wider die individuelle Freiheit – Grund genug um dagegen auf die Straße zu gehen bzw. die Gegenproteste finanziell zu unterstützen.
Vor Ort habt ihr auch die Möglichkeit Bustickets zu den Gegenprotesten in Annaberg-Buchholz zu erwerben.

Kommt zahlreich und genießt die kreative Auswahl an Gesöffen.

Wochenendseminar: Kritik des Marxismus-Leninismus

Wann: 10.-12. Juni
Wo: Falkenhaus Triebsdorf

Der Marxismus-Leninismus (ML) bezeichnet eine bestimmte Lehre des Marxismus, die nicht zuletzt von Stalin mitformuliert und in den 1920ern zur offiziellen Staatsdoktrin der Sowjetunion erhoben wurde. In der DDR war er ein verbindliches Studienfach an allen Universitäten, Hochschulen und Fachschulen.

Spätestens seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat der ML als linke Strömung in Deutschland an Relevanz verloren. Allerdings gibt es nach wie vor Parteien und Gruppen, welche sich positiv auf seine Inhalte beziehen, was nicht selten erst auf diversen Demobesuchen offenbar wird. Dem Blick auf entsprechendes Flugblatt folgt dann häufig ein Kopfschütteln, zum Beispiel über die antiquierte Sprache. Indem die Leute für verrückt erklärt werden, entledigt man sich einer ernsten Auseinandersetzung mit dem ML gleich mit.

Wir hingegen wollen uns genauer mit dem ML auseinandersetzen und seine Inhalte (ideologie)kritisch prüfen. Dabei werden wir seine Entstehungsgeschichte und einige der zentralen Bestandteile seiner Weltanschauung untersuchen (u.a. Geschichtsphilosophie, Staatsverständnis, Faschismustheorie), sowie einen Blick auf zeitgenössische linke Kritik daran werfen.

Die Nürnberger und Thüringer Falken befassen sich ein Wochenende lang mit diesen Fragen. Gemeinsam wollen wir ein erstes Verständnis dessen, was den Marxismus-Leninismus wesentlich ausmacht und linker Kritik daran erarbeiten.

Hast du Interesse? Komm mit, ob du Falke bist oder nicht ist egal!

Organisatorisches:

– Wir übernachten in dem Falkenhaus Triebsdorf
– Gemeinsame An- und Abreise aus bzw. nach Jena/Erfurt ist geplant
– Teilnehmer*innen-Beitrag: 10 Euro (exkl. Fahrtkosten)
– Bettzeug bitte selbst mitbringen!
Anmeldung bis zum 1. Juni per Mail an buero@falken-nuernberg.de

Revolution & Kopfarbeit: Ein Wochenend-Seminar von Frauen* für Frauen*

Datum: 3.-5. Juni 2016
Ort: Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftphul bei Berlin

Gemeinsam wollen wir die Welt verstehen und verändern. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Verfasstheit dieser Gesellschaft ist für uns nicht nur ein Hobby, sondern ein wichtiger Bestandteil unseres Kampfes für eine bessere Welt.

Nun sind wir als Frauen* immer wieder damit konfrontiert, dass uns die Fähigkeit zu abstraktem Denken abgesprochen wird oder wir uns das selber nicht zutrauen. Manchmal fehlen nötige Skills: Wie erschließen sich mir Texte? Wie bereite ich einen Workshop vor? Unsere Erfahrung ist, dass auch linke Theoriearbeit oft doch eher „Männersache“ bleibt. „Bloß“ feministische Theorie scheint für Frauen* übrig zu bleiben.

Wir wollen ein Wochenende zusammen wegfahren und uns mit der Frage beschäftigen, weshalb Frauen* so oft von Theoriearbeit ausgeschlossen sind. Vor allem wollen wir aber Theoriearbeit machen, auch jenseits von Theorien über Geschlechterverhältnisse. Wir wollen Texte lesen, Workshops durchführen und uns Vorträge anhören – die von Frauen* vorbereitet wurden. Dabei soll auch ein Austausch über die nötigen Fähigkeiten dafür stattfinden. Es soll außerdem genügend Möglichkeiten geben, sich selbst auszuprobieren. Wenn ihr also einen Text habt, den ihr gerne mit anderen diskutieren wollt, oder in einem sicheren Raum ausprobieren wollt, den Vortrag, den ihr gerade vorbereitet, zu halten – sagt einfach vorher Bescheid.

Gemeinsam wollen wir daran arbeiten, die Welt aus ihren Angeln zu heben – die Schärfung der Waffe der Kritik ist für uns ein Teil dieser Arbeit.

Anmeldung bis zum 1. Mai an: kontakt@falken-thueringen.de
Teilnahmebeitrag: 25 Eur

Eine Kooperation des Landesverbands Thüringen, der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission des Bundesverbandes, des Bundesvorstands der SJD – Die Falken sowie der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein

Ausstellung zum Arbeitermord von Mechterstädt

Liebe Genossinnen & Genossen,

diesen Donnerstag, den 07. April, wollen wir eine Klassenfahrt nach Gotha zur Austellung über den Arbeitermord in Mechterstädt machen. Am selben Abend findet zum Thema eine Filmvorführung statt.

In Jena (Paradies) fährt der Zug 11:26 Uhr und in Erfurt am Hbf. um 12:12 Uhr ab.

Wir freuen uns auf euch!

Vortrag und Diskussion: Die Rückkehr der zwischenimperialistischen Konkurrenz

Wann: 26. März um 20 Uhr
Wo: Demokratischer Jugendring Jena (Seidelstr. 21, Jena)

Am 26.03.2016 wird in Jena unsere Osterkonferenz stattfinden. Im Rahmen der Veranstaltung und als Abschluss derselben wird Dr. David Salomon einen Vortrag zum Thema „Die Rükkehr der zwischenimperialistischen Konkurrenz“ halten.

Klassische Imperialismustheoretiker waren sich einig darin, dass es eine Tendenz des Kapitalismus sei, die kapitalistischen Metropolen in den Krieg gegeneinander zu treiben.

Der Erste Weltkrieg bestätigte diese Einschätzung. Seither sind 100 Jahre vergangen. In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war es nicht nur der Kalte Krieg mit seinem Systemgegensatz, sondern auch eine zunehmende Kapitalverflechtung zwischen den kapitalistischen Zentren, die die – freilich nie gänzlich verschwundene – zwischenimperialistische Konkurrenz in den Hintergrund treten ließ. Die Kriege der Nachkriegszeit fanden an der Peripherie statt, während sich „der Westen“ in militärischen und politischen Bündnissen zusammenfand. Eine solche Konstellation hatte Karl Kautsky 1915 als „Ultraimperialismus“ bezeichnet. Gegenwärtig jedoch ist kaum mehr zu leugnen, dass sich die Hegemonie der USA im Niedergang befindet. Auch wenn große Kriege zwischen neuen und alten kapitalistischen Hauptländern nach wie vor unwahrscheinlich sind, gewinnt interimperiale Konkurrenz in immer unübersichtlicher werdenden Konflikten wieder an Bedeutung – und mit ihr die offene Frage nach Alternativen zum heutigen Imperialismus und seinen Kriegen.

Prof. Dr. David Salomon ist Gastwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Hildesheim
http://www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/2015/salomon.pdf