Die Falken Jena bei den Alternativen Orientierungstagen 2016

Die Falken Jena bieten im Rahmen der Alternativen Orientierungstage an der Universität Jena mehere Workshops an:

TTIP und seine Kritiker*innen

In diesem Vortrag soll erklärt werden, was Gründe für Freihandelsabkommen wie TTIP sein könnten. Aus einer Analyse der europäischen Staaten als kapitalistische Staaten soll versucht werden zu erklären, warum die europäischen Staaten ihren BürgerInnen TTIP und andere Freihandelsabkommen zumuten. Dabei sollen häufig hervorgebrachte Kritikpunkte an TTIP dargestellt und kritisiert werden. Zu diskutieren bleibt, wie eine Kritik an TTIP aussehen könnte, die sich nicht das Interesse des Staates zu eigen macht, sondern das Leid der Menschen in den Mittelpunkt der Auseinandersetzung stellt.

Datum: 11. Oktober 2016, 18-20 Uhr
Ort: Hörsaal 6

Überlegungen zum Verhältnis von Geschlecht und Theoriearbeit (Women* Only)

Auch in linken Zusammenhängen sind Frauen*, wenn es um „Theoriearbeit“ geht, oft die Ausnahme. Wir haben uns gefragt, woran das eigentlich liegt. Wir wollen über die Erfahrungen diskutieren, die wir als Frauen* bei linker Theoriearbeit machen und versuchen, Strukturen und Mechanismen dahinter zu erkennen und zu erklären. Darüber hinaus wollen wir Überlegungen anstellen über ein feministisches und herrschaftskritisches Verhältnis zu Theorie. Die Diskussion soll anhand von Thesen stattfinden. Der Workshop ist nur für Frauen* gedacht.

Datum: 12. Oktober 2016, 18-20 Uhr
Ort: Hörsaal 6

Kritik des Klassismus

In diesem Workshop wollen wir zunächst gemeinsam einen Begriff von Klassismus erarbeiten. Anschließend soll anhand von Thesen der Zusammenhang zwischen Klassismus und Kapitalismus diskutiert werden. Ziel ist, eine Klassismuskritik zu entwickeln, die die materiellen Ursachen dieser Diskriminierungsform thematisiert. Dabei wird gleichzeitig klar: Auch die Kapitalismuskritik kann durch eine Auseinandersetzung mit klassistischer Diskriminierung nur gewinnen.

Datum: 18. Oktober, 18-20 Uhr
Ort: Seminarraum 308

Außerdem lädt das Bündnis feministische Kämpfe, dem auch die Falken Jena angehören, zu einem Vortrag mit Barbara Duden zum Thema

Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Missbrauch des Begriffs Leben

Barbara Duden beschrieb in ihrem Buch „Der Frauenleib als öffentlicher Ort“ von 1991, wie sich das Verständnis und Erleben von Schwangerschaft durch neue Techniken und Sprechweisen über die Zeit hinweg radikal verändert haben. Am Ende dieser Entwicklung steht das Kind als Fötus, die Frau als dessen „biologisches Umfeld“ und das Ungeborene als „das Leben“, das es gesellschaftlich als höchsten Wert zu schützen gelte. Wir haben Barbara Duden eingeladen, um mit uns über dieses nach wie vor hochaktuelle Thema zu diskutieren.

Datum: 20. Oktober 2016, 19-21 Uhr
Ort: Hörsaal 7

Wochendseminar: Prostitution. Feministische und sozialistische Perspektiven

Prostitution wird in den Medien sehr kontrovers behandelt. Meist prallen unversöhnliche Positionen gegen und „für“ Prostitution aufeinander. Wir wollen uns diese Positionen einmal genauer ansehen, sie auf Widersprüche und Missverständnisse prüfen, um so am Ende eine eigene feministisch-sozialistische Perspektive auf Prostitution zu gewinnen.

Ort: DJR Jena (Seidelstr. 21, 07749 Jena)
Zeit: Samstag, 18.06.2016 (09:30 Uhr) bis Sonntag, 19.06.2016 (ca. 13 Uhr)

Teilnahmebeitrag: 5 Euro

Roter Tresen der Falken am 26.05.

Demo gegen §218

Datum: 26.05.2016 ab 20:00
Ort: Freiraum e.V.

„Wer vom Feminismus nicht reden will, soll vom sich hart gönnen schweigen“

Die Falken Jena laden am Donnerstag, den 26. Mai, ab 20 Uhr in den Freiraum zum roten Tresen der Solidarität. In gemütlicher Runde kann getrunken, gelacht und diskutiert werden. Das Geld, das über bleibt, wird zum einen der Roten Hilfe Jena und zum anderen der Mobilisierung für die Gegenproteste in Annaberg-Buchholz am 6. Juni zugutekommen:

Nach den Protesten gegen diverse AfD-Demonstrationen und gegen den Fackelmarsch von Thügida am 20. April gab und gibt es Kosten für Menschen, welche ihren Unmut auf die Straße getragen und im Zuge dessen eine Anzeige kassiert haben. Um diesen Menschen solidarisch zur Seite zu stehen ist Geld notwendig, sei es für Rechtsberatung oder Prozesskosten. Dafür werden wir spenden!

Anfang Juni versammeln sich in Annaberg-Buchholz wieder vermeintliche „Lebensschützerinnen“ und „Lebensschützer“, um mit einem Schweigemarsch gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen – das Recht auf Schwangerschaftsabbruch – zu demonstrieren. Christliche FundamentalistInnen, parteipolitisch bei CDU und AfD zu verorten, trommeln wider die individuelle Freiheit – Grund genug um dagegen auf die Straße zu gehen bzw. die Gegenproteste finanziell zu unterstützen.
Vor Ort habt ihr auch die Möglichkeit Bustickets zu den Gegenprotesten in Annaberg-Buchholz zu erwerben.

Kommt zahlreich und genießt die kreative Auswahl an Gesöffen.

Wochenendseminar: Kritik des Marxismus-Leninismus

Wann: 10.-12. Juni
Wo: Falkenhaus Triebsdorf

Der Marxismus-Leninismus (ML) bezeichnet eine bestimmte Lehre des Marxismus, die nicht zuletzt von Stalin mitformuliert und in den 1920ern zur offiziellen Staatsdoktrin der Sowjetunion erhoben wurde. In der DDR war er ein verbindliches Studienfach an allen Universitäten, Hochschulen und Fachschulen.

Spätestens seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat der ML als linke Strömung in Deutschland an Relevanz verloren. Allerdings gibt es nach wie vor Parteien und Gruppen, welche sich positiv auf seine Inhalte beziehen, was nicht selten erst auf diversen Demobesuchen offenbar wird. Dem Blick auf entsprechendes Flugblatt folgt dann häufig ein Kopfschütteln, zum Beispiel über die antiquierte Sprache. Indem die Leute für verrückt erklärt werden, entledigt man sich einer ernsten Auseinandersetzung mit dem ML gleich mit.

Wir hingegen wollen uns genauer mit dem ML auseinandersetzen und seine Inhalte (ideologie)kritisch prüfen. Dabei werden wir seine Entstehungsgeschichte und einige der zentralen Bestandteile seiner Weltanschauung untersuchen (u.a. Geschichtsphilosophie, Staatsverständnis, Faschismustheorie), sowie einen Blick auf zeitgenössische linke Kritik daran werfen.

Die Nürnberger und Thüringer Falken befassen sich ein Wochenende lang mit diesen Fragen. Gemeinsam wollen wir ein erstes Verständnis dessen, was den Marxismus-Leninismus wesentlich ausmacht und linker Kritik daran erarbeiten.

Hast du Interesse? Komm mit, ob du Falke bist oder nicht ist egal!

Organisatorisches:

– Wir übernachten in dem Falkenhaus Triebsdorf
– Gemeinsame An- und Abreise aus bzw. nach Jena/Erfurt ist geplant
– Teilnehmer*innen-Beitrag: 10 Euro (exkl. Fahrtkosten)
– Bettzeug bitte selbst mitbringen!
Anmeldung bis zum 1. Juni per Mail an buero@falken-nuernberg.de

Revolution & Kopfarbeit: Ein Wochenend-Seminar von Frauen* für Frauen*

Datum: 3.-5. Juni 2016
Ort: Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein in Werftphul bei Berlin

Gemeinsam wollen wir die Welt verstehen und verändern. Eine kritische Auseinandersetzung mit der Verfasstheit dieser Gesellschaft ist für uns nicht nur ein Hobby, sondern ein wichtiger Bestandteil unseres Kampfes für eine bessere Welt.

Nun sind wir als Frauen* immer wieder damit konfrontiert, dass uns die Fähigkeit zu abstraktem Denken abgesprochen wird oder wir uns das selber nicht zutrauen. Manchmal fehlen nötige Skills: Wie erschließen sich mir Texte? Wie bereite ich einen Workshop vor? Unsere Erfahrung ist, dass auch linke Theoriearbeit oft doch eher „Männersache“ bleibt. „Bloß“ feministische Theorie scheint für Frauen* übrig zu bleiben.

Wir wollen ein Wochenende zusammen wegfahren und uns mit der Frage beschäftigen, weshalb Frauen* so oft von Theoriearbeit ausgeschlossen sind. Vor allem wollen wir aber Theoriearbeit machen, auch jenseits von Theorien über Geschlechterverhältnisse. Wir wollen Texte lesen, Workshops durchführen und uns Vorträge anhören – die von Frauen* vorbereitet wurden. Dabei soll auch ein Austausch über die nötigen Fähigkeiten dafür stattfinden. Es soll außerdem genügend Möglichkeiten geben, sich selbst auszuprobieren. Wenn ihr also einen Text habt, den ihr gerne mit anderen diskutieren wollt, oder in einem sicheren Raum ausprobieren wollt, den Vortrag, den ihr gerade vorbereitet, zu halten – sagt einfach vorher Bescheid.

Gemeinsam wollen wir daran arbeiten, die Welt aus ihren Angeln zu heben – die Schärfung der Waffe der Kritik ist für uns ein Teil dieser Arbeit.

Anmeldung bis zum 1. Mai an: kontakt@falken-thueringen.de
Teilnahmebeitrag: 25 Eur

Eine Kooperation des Landesverbands Thüringen, der Mädchen- und Frauenpolitischen Kommission des Bundesverbandes, des Bundesvorstands der SJD – Die Falken sowie der Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein

Ausstellung zum Arbeitermord von Mechterstädt

Liebe Genossinnen & Genossen,

diesen Donnerstag, den 07. April, wollen wir eine Klassenfahrt nach Gotha zur Austellung über den Arbeitermord in Mechterstädt machen. Am selben Abend findet zum Thema eine Filmvorführung statt.

In Jena (Paradies) fährt der Zug 11:26 Uhr und in Erfurt am Hbf. um 12:12 Uhr ab.

Wir freuen uns auf euch!

Vortrag und Diskussion: Die Rückkehr der zwischenimperialistischen Konkurrenz

Wann: 26. März um 20 Uhr
Wo: Demokratischer Jugendring Jena (Seidelstr. 21, Jena)

Am 26.03.2016 wird in Jena unsere Osterkonferenz stattfinden. Im Rahmen der Veranstaltung und als Abschluss derselben wird Dr. David Salomon einen Vortrag zum Thema „Die Rükkehr der zwischenimperialistischen Konkurrenz“ halten.

Klassische Imperialismustheoretiker waren sich einig darin, dass es eine Tendenz des Kapitalismus sei, die kapitalistischen Metropolen in den Krieg gegeneinander zu treiben.

Der Erste Weltkrieg bestätigte diese Einschätzung. Seither sind 100 Jahre vergangen. In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war es nicht nur der Kalte Krieg mit seinem Systemgegensatz, sondern auch eine zunehmende Kapitalverflechtung zwischen den kapitalistischen Zentren, die die – freilich nie gänzlich verschwundene – zwischenimperialistische Konkurrenz in den Hintergrund treten ließ. Die Kriege der Nachkriegszeit fanden an der Peripherie statt, während sich „der Westen“ in militärischen und politischen Bündnissen zusammenfand. Eine solche Konstellation hatte Karl Kautsky 1915 als „Ultraimperialismus“ bezeichnet. Gegenwärtig jedoch ist kaum mehr zu leugnen, dass sich die Hegemonie der USA im Niedergang befindet. Auch wenn große Kriege zwischen neuen und alten kapitalistischen Hauptländern nach wie vor unwahrscheinlich sind, gewinnt interimperiale Konkurrenz in immer unübersichtlicher werdenden Konflikten wieder an Bedeutung – und mit ihr die offene Frage nach Alternativen zum heutigen Imperialismus und seinen Kriegen.

Prof. Dr. David Salomon ist Gastwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Hildesheim
http://www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/2015/salomon.pdf

Tagesseminar: Eurokrise oder Griechenlandkrise? Und wer hilft eigentlich wem wobei?

Wann: 19. März um 13:00-21:00 Uhr
Wo: Demokratischer Jugendring Jena (Seidelstr. 21, Jena)

Um eine vorherige Anmeldung unter info@falken-jena.de bis zum 16. März wird gebeten.

Dass die anhaltende Finanz- und Staatsschuldenkrise nicht eine übliche Konjunkturkrise ist, ist allen klar. Wenn Merkel in China auf Staatsbesuch ist, dann wird von der Euro-Krise gesprochen – es geht also um eine Krise, die gleich das Geld vieler Staaten betrifft. Wenn dagegen im Frühjahr 2015 eine linke Regierung versucht, das ihr auferlegte Austeritätsprogramm zu ändern, dann heißt das Ganze in den deutschen Zeitungen aber Griechenland-Krise. Mit dieser Bezeichnung soll ausgesagt sein: Griechische Regierungen haben es durch vermeidbare Misswirtschaft in der Vergangenheit verbockt und es liegt an der griechischen Regierung, da wieder raus zu kommen.

Auf der Veranstaltung soll noch einmal nachgezeichnet werden, wie die Finanzkrise zur Staatsverschuldungskrise wurde, weil alle Akteure genau das gemacht haben, was der kapitalistischen Logik entspricht. Weiter soll der Streit um die Krisenpolitik innerhalb der Euro-Länder behandelt werden und die Logik des deutschen Standpunktes erklärt werden, der sich durchgesetzt hat. Dabei soll nochmal deutlich gemacht werden, wem die „Hilfspakete“ an Griechenland eigentlich helfen und wobei. Denn eines kann ja stutzig machen: Die „Hilfspakete“, die als Kredit an Griechenland vergeben werden, sind genauso hoch, wie die Kredite, die Griechenland immer wieder zurückzahlen muss. Die These: Damit werden nicht nur die griechischen Schulden in Wert gehalten, sondern indirekt alle Staatsschulden der Euro-Länder. Das bedeutet, dass letztlich der Euro wieder das Sorgeobjekt ist, das hier kuriert werden soll.

Da das ganze Thema schwierig ist und auch die Thesen in dieser knappen Form abschrecken können, hier nochmal der Hinweis: Es wird versucht, das Thema Schritt für Schritt zu behandeln und alle Nachfragen sind willkommen. Der Workshop ist voraussetzungslos und alle, die mal einen Fuß in die Tür kriegen wollen, sind herzlich eingeladen.
Wenn ihr euch auf das Thema etwas vorbereiten wollt:

Text zur Finanzkrise 2008:
https://gegen-kapital-und-nation.org/was-ist-hier-eigentlich-los-finanzkrise-2008ff/

Text zur Staatsverschuldungskrise und einiges zum Thema
Staatsverschuldung überhaupt:
https://gegen-kapital-und-nation.org/staatsverschuldung/

Audio-Vortrag zum Streit zwischen Griechenland und Deutschland 2015:
https://gegen-kapital-und-nation.org/page/audio-mitschnite/

Ein Tagesseminar der Falken Jena mit einem Referenten der Gruppen gegen Kapital und Nation.

Buchvorstellung und Diskussion: Kritik des Staatsfeminismus

Staatsfeminismus

Wann: 17. März um 18:30 Uhr
Wo: Fürstengraben 1: UHG / Hörsaal 250 Jena

Gewöhnt daran, die Politik der letzten Jahrzehnte als neoliberal zu begreifen, stutzt man angesichts der Reformen im Bereich der Familienpolitik, die in den letzten zehn Jahren angeschoben wurden. Es ist unsinnig, dem Staat vorzuwerfen, er schiebe die gesellschaftliche Verantwortung für Mütter, Väter und Kinder ins Private ab. Im Gegenteil: In den Ausbau der Kinderbetreuung und ins Elterngeld wird viel Geld investiert – mit der Begründung, dass Frauen damit leichter Karriere machen könnten und die Emanzipation von Frauen in großen Schritten voranschreite.

Wenn weibliche Autonomie von staatlicher Seite angestrebt wird, ist es allerdings ratsam, genauer zu schauen, was damit gemeint ist. Bei so viel Zuwendung von Seiten des Staates, dem man noch nie zutraute, individuelles Glück im Fokus seiner Bemühungen zu haben, scheint Misstrauen nicht verkehrt: Wie soll es denn aussehen, mein reformiertes Leben als Frau oder Mann? Und wird damit die Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht?

Gemeinsam mit der Referentin Andrea Trumann wollen wir die aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen des Geschlechterverhältnisses diskutieren und herausarbeiten, welche Gründe es für den politischen Wandel geben könnte.

Eine Veranstaltung der Falken Jena im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Frauenkampftag: http://frauenkampftagthueringen.blogsport.de/
Mit freundlicher Unterstützung der Linksjugend [’solid] Jena und Thüringen.
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Andrea Trumann arbeitet als Sozialpädagogin in der Jugendhilfe und ist Autorin des Standardwerks »Feministische Theorie. Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus« sowie des 2015 erschienenen Buches „Kritik des Staatsfeminismus, oder: Kinder, Küche, Kapitalismus“