Offenes Plenum am 24.10.2022

Es ist wieder so weit! Am Montag, den 24.10. um 19 Uhr ist unser offenes Plenum.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung. Wir treten für eine andere, bessere Welt ein. Wir wollen uns helfen, anstatt wegzusehen; solidarisch handeln, anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es wichtig ist, sich zusammen zu tun. Gemeinsames Denken und Handeln ist notwendig, um Veränderung zu bewirken. Dafür wollen wir zusammen und voneinander lernen, zusammen kämpfen und unsere wenige Freizeit gemeinsam gestalten und genießen. Wir wollen einen Gegenpol zur alltäglichen Zumutung durch Schule, Uni oder Arbeit schaffen. Wir haben keine Lust darauf, uns einzufügen und uns krumm zu machen, um ein Leben voller Langeweile und Entbehrung zu führen. Dies sind nicht unvermeidbare Nebenwirkungen einer unveränderbaren Welt, sondern die konkreten Folgen dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, gegen die uns tausend gute Gründe einfallen und tausend Dinge, die wir gegen sie tun können.

Meldet euch bitte unter info@falken-jena.de an, wenn ihr vorbei schauen wollt. Alle Infos, auch zu Corona, schicken wir euch dann zu.

Offener Brief an die FSU Jena – Für den Erhalt der Geschlechtergeschichte!

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Walter Rosenthal,

wir, die Hochschulgruppe und der Kinder- und Jugendverband der Falken Jena, sind darauf aufmerksam geworden, dass der Lehrbereich der Geschlechtergeschichte bis 2025 gestrichen werden soll. Als Studierende und aktiver Teil des Hochschullebens sind wir schockiert und empört über solch eine Entscheidung.

Wir als Falken Jena setzen uns mit verschiedenen Themen der sozialen Ungleichheit auseinander, so auch im Besonderen mit Geschlechtergerechtigkeit. Mit Vorträgen und Veranstaltungen tragen wir zur politischen Bildung und Demokratieförderung in Jena und insbesondere an der Friedrich-Schiller-Universität bei. Gleichzeitig beobachten wir diesen undemokratischen und intransparenten Prozess zur Streichung der Geschlechtergeschichte und möchten hiermit klare Stellung für den Erhalt der Professur für Geschlechtergeschichte beziehen.

Die aktuellen Ereignisse in der Welt – von den USA bis in den Iran und Afghanistan – führen uns die Dringlichkeit vor Augen, sich mit Geschlechtergerechtigkeit wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Auch hier in Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlechter weder erreicht noch das Geschlechterverhältnis vollständig erforscht. Auch die Universität Jena führt verschiedene Maßnahmen durch, die die Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft unterstützen sollen. Hier sehen wir einen offenen Widerspruch zwischen diesen Bemühungen und der Entscheidung, den Lehrbereich für Geschlechtergeschichte und damit die ausführliche historisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema zu streichen. Die Friedrich-Schiller-Universität versucht mit Maßnahmen wie der „Tage der Vielfalt – Diversity Days“ und T-Shirts in Regenbogen-Farben ein Image von Vielfalt, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit zu erzeugen. Gleichzeitig soll eine wissenschaftliche Auseinandersetzung durch einen bereits existierenden Lehrbereich jedoch gestrichen werden. Das können wir nicht verstehen. Dabei ist es auch für aktuelle und zukünftige Maßnahmen der Geschlechtergerechtigkeit notwendig, Fragen von Geschlecht und damit Fragen der Gesellschaft in ihrem historischen Zusammenhang zu betrachten – gerade in der Wissenschaft.

Nicht nur, aber vor allem im Zuge eines Rechtsrucks hier in Deutschland und Europa, sind wir entsetzt darüber, dass man mit einer solchen Maßnahme, Forderungen und Wünsche der AfD inhaltlich in einem solch undemokratischen Prozess nachkommt. Bezugnehmend auf die Äußerungen von Prof. Dr. Gisela Mettele im Neuen Deutschland vom 26.09.2022 kritisieren wir weitergehend den Prozess, wie die Umwidmung der Geschlechtergeschichte zustande gekommen ist. Aus den Schilderungen geht hervor, dass die unterschiedlichen Statusgruppen nicht ausreichend eingebunden und die Entscheidung ohne hinreichende Debatten abgewickelt wurde.

Wir fordern den Einbezug von Studierenden und des akademischen Mittelbaus in einen solchen Entscheidungsprozess. Wir möchten uns entschieden dagegen aussprechen, dass einzelne Disziplinen und Lehrstühle gegeneinander ausgespielt werden. Stattdessen fordern wir eine solidarische Lösung, in der gemeinsam für eine Ausfinanzierung aller betroffenen Lehrbereiche gestritten wird. Wir fordern, dass Diversität und Demokratie an der Universität keine leeren Worte sind.

Geschlechtergeschichte erhalten!

Mit freundlichen Grüßen

Die Falken Jena Hochschulgruppe und SJD – Die Falken KV Jena

Safe Abortion Day – Vortrag mit Karin Kretschmer

Dieses Jahr wurde der § 219a StGB gestrichen, dadurch können Ärzt*innen uneingeschränkt über Schwangerschaftsabbrüche informieren. Die Streichung des § 219a ist ein kleiner Erfolg. Durch § 218 StGB sind Abtreibungen in Deutschland aber noch immer verboten. Dabei sind sexuelle und reproduktive Rechte Menschenrechte und es ist wie eh und je unabdingbar, dies bewusst zu machen, dafür zu kämpfen und die unterschiedlichen Zugangsbarrieren, insbesondere aus der intersektionalen Perspektive zu berücksichtigen. Anlässlich des Safe Abortion Day 2022 informiert der Vortrag über die aktuellen rechtlichen Regelungen und medizinischen Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. Dabei werden historische Entwicklungen des Diskurses um den Schwangerschaftsabbruch, die vielseitigen Einflüsse sowie Erfahrungen aus der Beratung einbezogen. Im Anschluss an den Input kann der geschützte Rahmen für Austausch genutzt werden.

Karin Kretschmer ist Beraterin in der pro familia Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle Erfurt.
Anmeldung: info@falken-jena.de

Der Ort wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen
Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen
Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
rassistische, nationalistische, antisemitische, frauenfeindliche oder sonstige
menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind,
von der Versammlung ausgeschlossen.
Die Veranstalter behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch
zu machen.

Offenes Plenum

Wir laden euch recht herzlich ein, zu unserem Offenen Plenum am Montag den 29.11. um 19 Uhr zu kommen.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung und für eine andere, bessere Welt. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es wichtig ist, sich zusammen zu tun. Gemeinsames Denken und Handeln ist notwendig, um Veränderung zu bewirken. Dafür wollen wir zusammen und voneinander lernen, zusammen kämpfen und unsere wenige Freizeit gemeinsam gestalten und genießen. Wir wollen einen Gegenpol zur alltäglichen Zumutung durch Schule, Uni oder Arbeit schaffen. Wir haben keine Lust darauf, uns einzufügen und uns krumm zu machen, um ein Leben voller Langeweile und Entbehrung zu führen. Dies sind nicht unvermeidbare Nebenwirkungen einer unveränderbaren Welt, sondern die konkreten Folgen dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, gegen die uns tausend gute Gründe einfallen und tausend Dinge, die wir gegen sie tun können.

Meldet euch bitte unter info@falken-jena.de an, wenn ihr vorbei schauen wollt. Alle Infos, auch zu Corona, schicken wir euch dann zu. Wenn ihr in der aktuellen Situation keine Lust auf ein Präsenzplenum habt, gebt uns gerne auch Bescheid. Wir finden bestimmt eine Lösung.

Facebook-Veranstaltung
Instagram

Alexander Hoffmann: “Umgang mit Übergriffen von Neonazis in Thüringen nach dem NSU”

30.10.21, 19:00 Uhr, Stadtkirche

Nächste Woche Samstag, am 30.10. um 19 Uhr findet die nächste Veranstaltung der Falken Jena, der JG Stadtmitte und weiteren Antifaschist_innen statt.

Alexander Hoffmann, u.a. Nebenklage-Anwalt im NSU Prozess und weiteren Prozessen zu Rechtsterrorismus, wird zum “Umgang mit Übergriffen von Neonazis in Thüringen nach dem NSU” referieren.

Es ist die letzte Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung “nichts gehört. nichts gesehen. nichts gewusst”, die ihr euch bis dahin noch in der Stadtkirche anschauen könnt!

Caro Keller (NSU-Watch): Lesung “Aufklären und Einmischen. Der NSU-Komplex und der Münchener Prozess”

14.10.21, 19:00 Uhr, Stadtkirche

Im Rahmen der Ausstellung “Nichts gehört. Nichts gesehen. Nichts gewusst.”, die derzeit in der Stadtkirche zu sehen ist, haben wir am Donnerstag Caro Keller von NSU-Watch zu einer Lesung eingeladen. Diese beginnt um 19 Uhr und wird vor allem das Unterstützungsnetzwerk behandeln.

Aufklären und einmischen – Der NSU-Komplex und der Münchener Prozess:

Im November 2011 kam eine rechtsterroristische Mord- und Anschlagsserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ans Licht, die in ihrer Dimension neu war. In den folgenden Untersuchungen formte sich ein erstes Bild des NSU-Komplexes. Dabei wurde deutlich, dass eine noch umfassendere juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung anstand. So beschlossen antifaschistische Initiativen und Einzelpersonen, die Arbeit am NSU-Komplex zu verstetigen, und gründeten »NSU-Watch«.

Neun Jahre später ist die Aufarbeitung des NSU-Komplexes noch lange nicht abgeschlossen, die Gefahr des rechten Terrors bleibt schrecklich aktuell. NSU-Watch hat den NSU-Prozess beobachtet, jeden Tag protokolliert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus haben sich Landesprojekte gegründet, die die parlamentarischen Aufklärungsbemühungen begleiten. Das zentrale Anliegen des Buches von NSU-Watch ist, die rassistischen Strukturen, die den NSU hervorbrachten, ihn wissentlich oder unwissentlich unterstützten und so zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle zwischen 1998 und 2011 möglich machten, entlang der Geschehnisse und Akteur*innen des NSU-Prozesses in München aufzuzeigen. Trotz der vielen offen gebliebenen Fragen soll das Buch eine Zwischenbilanz bieten, die antifaschistischer Demokratieförderung zugrunde gelegt werden kann.

Das Autor*innen-Kollektiv NSU-WATCH besteht aus Mitgliedern der unabhängigen Beobachtungsstelle NSU-Watch – Aufklären & Einmischen, die sich im Jahr 2012 gegründet hat, um die Aufklärungsbemühungen zum NSU-Komplex zu unterstützen und kritisch zu begleiten.

NSU-Watch wird von einem Bündnis aus rund einem Dutzend antifaschistischer und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen aus dem ganzen Bundesgebiet getragen, die teilweise seit Jahrzehnten zum Themenkomplex Rechter Terror arbeiten. Kern der Arbeit von NSU-Watch war bzw. ist die Beobachtung des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht in München sowie der diversen parlamentarischen Untersuchungsausschüsse im Bundestag und in den Ländern.

Ausstellung “Nichts gehört. Nichts gesehen. Nichts gewusst.”

06.10.21, 18:00 Uhr, Stadtkirche

Mit der Frage, ob man im Jena der 1990er Jahren wirklich nichts von rechten und extrem rechten Gefahren hatte hören, sehen oder wissen können zeigt eine Gruppe engagierter Antifaschist*innen ein Bild der damaligen Zeit. In vielfältigen Fotos, Gedächtnisprotokollen und erklärenden Texten leben die Jahre auf, in denen das NSU-Kerntrio in Jena und Thüringen aufwuchs und politisch sozialisiert wurde.

Dabei werden der tägliche physische und psychische Terror rechter Gewalttäter ebenso sichtbar, wie die Angst anderer Jugendlicher und junger Erwachsener vor rechten Übergriffen. Auch das häufige Wegsehen von Verantwortlichen in Polizei und Stadtpolitik sowie das Desinteresse vieler Jenaer Bürger und Bürgerinnen werden offensichtlich.

Gemeinsam laden die Falken Jena, die JG Stadtmitte und einige engagierte Antifaschist:innen zur Eröffnung der Ausstellung, u.a. mit Mitat Özdemir und Peter Bach (Initiative Keupstraße ist überall, Köln) am 06.10.2021, 18:00 Uhr in die Stadtkirche ein. In einer anschließenden Podiumsdiskussion sprechen Akteure und Akteurinnen der 90er Jahre über ihre Erlebnisse und versuchen die Verantwortung der Stadtgesellschaft herauszuarbeiten.

Die Ausstellung wird vom 06. Oktober bis zum 30. Oktober 2021 zu den Öffnungszeiten der Stadtkirche (Sonntag und Montag von 10-16 Uhr, Dienstag – Sonnabend 10 – 18 Uhr) zu sehen sein.

Rund um die Ausstellung wird es mehrere Veranstaltungen geben:

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19:00 Uhr: Lesung und Gespräch mit Caro Keller, NSU-Watch: “Aufklären und Einmischen. Der NSU-Komplex und der Münchener Prozess”

Freitag, 30.Oktober, 19:00 Uhr: Vortrag und Diskussion mit Alexander Hoffmann, u.a. Nebenklageanwalt im NSU-Prozess: “Umgang mit Übergriffen von Neonazis in Thüringen nach dem NSU”

Lucia Bruns: “Der NSU-Komplex und die akzeptierende Jugendarbeit – Rassismuskritische und geschlechterreflektierende Perspektiven”

14.09.21, 19:00 Uhr, Raum 05.00.04 Ernst-Abbe-Hochschule

Die Veranstaltung muss kurzfristig vom 07.09. auf den 14.09.21 verschoben werden! Wir gehen momentan davon aus, dass sie im selben Raum stattfindet.

Seit der Selbstenttarnung des NSU-Komplexes vor zehn Jahren wurden zahlreiche Bemühungen um eine Aufklärung und Aufarbeitung vorangetrieben, die sich mit der Entstehung des NSU und seinen Taten beschäftigen. Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex hat bis heute jedoch eher marginal stattgefunden. Dies betrifft insbesondere auch die Soziale Arbeit, deren eigene Beschäftigung mit dem NSU-Komplex bis dato ausgeblieben ist.

Der Vortrag knüpft an dieser Leerstelle an und beschäftigt sich mit der Rolle der akzeptierenden Jugendarbeit bei der Entstehung des NSU-Komplexes in den 1990er Jahren. Anhand von rassismuskritischen und geschlechterreflektierenden Perspektiven wird der damalige sozialpädagogische Umgang mit rechten Jugendlichen betrachtet und die Frage gestellt, welche Schlussfolgerungen dabei für die Soziale Arbeit in der gegenwärtigen Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus entstehen.

Lucia Bruns arbeitet als wissenschaftlichen Mitarbeiterin an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin im Forschungsprojekt „Jugendarbeit, Polizei und rechte Jugendliche in den 1990er Jahren“ und beschäftigt sich in ihrer Promotion mit dem NSU-Komplex aus der Perspektive der Sozialen Arbeit.

Die Veranstaltung wird zusammen mit dem FSR Sozialwesen der Ernst-Abbe-Hochschule organisiert und ist Teil unserer Reihe “Kein Schlussstrich in Jena?”.

Kein Schlussstrich in Jena?

Rechter Terror und der Umgang damit wurde in den vergangenen Monaten in verschiedenen Kontexten thematisiert, mit denen wir in Berührung gekommen sind. Sei es die Arbeit der Falken zum Gedenken an Utoya (Reader 1 / Reader 2), der Auseinandersetzung von Genoss*innen in Halle oder die gegenwärtig in Jena stattfindende Beschäftigung zur Selbstenttarnung des NSU. So haben auch wir uns in letzter Zeit vertieft mit dem Thema auseinandergesetzt. Als Teil dessen organisieren wir die Veranstaltungsreihe “Kein Schlussstrich in Jena?” um mit verschiedenen Referent*innen die Themen zu beleuchten und zu diskutieren, die wir in der Auseinandersetzung mit dem NSU besonders interessant und wichtig finden. 

In den kommenden Veranstaltungen möchten wir auf den NSU-Komplex unter anderem im Rahmen der Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” eingehen, sowie uns unter anderem dezidiert mit einer möglichen Erinnerungskultur, der Rolle von akzeptierender Jugendarbeit sowie der Aufarbeitung und der Rolle der Justiz in Bezug auf den NSU und rechten Terror allgemein befassen.

Dabei sind diese Veranstaltungen nicht Teil des Jenaer Stadtprogramms “Kein Schlussstrich”, sondern stehen unabhängig davon. Wir wollen mit diesen und zukünftigen Veranstaltungen Schwerpunkte setzen, die unseres Erachtens nach darin zu kurz gekommen oder uns besonders wichtig sind. Dafür haben wir uns mit anderen lokalen Akteur*innen und Gruppen vernetzt und werden im Laufe des nächsten Jahres weitere Formate umsetzen. Es ist uns wichtig aufzuzeigen, dass man der Forderung Kein Schlussstrich mit einer bloß temporären Auseinandersetzung mit dem NSU nicht gerecht werden kann. Denn ohne die lückenlose Aufklärung der Taten, des Netzwerkes des NSU und der gesellschaftlichen Umstände, die diese begleiten, kann kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex gezogen werden. Wir bleiben daher gespannt, ob die gegenwärtige stadtweite Thematisierung des NSU auch über den Projektzeitraum 2021 hinaus bestehen bleibt.

Details zu den weiteren Veranstaltungen werden in Kürze folgen und hier weiterhin aufgeführt.

Gespräch mit Birgit Mair zur Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen”

28.08.21, 19:00 Uhr, Hörsaal 4 Carl-Zeiss-Str. 3

Birgit Mair wird die Ausstellung “Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen” begleitend vorstellen und über ihre Erfahrungen mit dieser berichten. Die Ausstellung, die sie im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) e.V. erstellt hat, zeigt die Verbrechen des NSU, die Biografien der vom NSU Ermordeten und weitere Anschläge des NSU. Zudem werden das Netzwerk des NSU, die Rolle der Verfassungsschutzbehören und der gesellschaftspolitische Umgang mit dem Komplex thematisiert. Angehörige der Ermorderten kommen zu Wort und teilen ihre kritische Beurteilung der bisherigen Aufklärung. Neu in der Ausstellung ist auch die Beschäftigung mit rechtem Terror nach der Selbstenttarnung des NSU.

Im Anschluss an die Vorstellung der Ausstellung, möchten wir gern mit Birgit Mair darüber ins Gespräch kommen, wie eine Erinnerungsarbeit zu den Opfern des NSU aussehen kann und was für Erfahrungen sie im Rahmen der Ausstellung gemacht hat. 

Die Ausstellung ist Teil unserer Reihe “Kein Schlussstrich in Jena?”. Ergänzend zum Gespräch ist die Ausstellung vom 23.-30.08.21 im Foyer der Carl-Zeiss-Str. 3 täglich von 09-22:00 Uhr zu besichtigen.