Wir sind umgezogen und haben nun einen größeren Raum für Neues. Gemeinsam wollen wir einen Ort für Plena, Seminare und solidarisches Zusammenkommen schaffen. Hier werden auch unsere regelmäßigen Veranstaltungen stattfinden. Ihr findet uns im alten Straßenbahndepot in der Dornburger Straße 17, 07743 Jena. Um zu unserem Raum zu finden, folgt den Straßenbahnschienen zwischen Ärztehaus und altem Straßenbahndepot, unser Falkenraum befindet sich auf der rechten Seite.
Fallstricke der Emanzipation
Autoritäres in der Linken und antifaschistische Essentials heute
Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann
Donnerstag, 15.10.2026, 18 – 20 Uhr
Falkenraum, Dornburger Straße 17, 07743 Jena
Eine Veranstaltung der Falken Jena im Rahmen der ALOTA 2026.
Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist. Besser lassen sich Anspruch und Programm menschlicher Emanzipation nicht auf den Punkt bringen. Wenn der Begriff Links Sinn hat, dann diesen. Oft sehen linke Theorie und Praxis jedoch ganz anders aus. Was längst überwunden sein sollte, lebt auch in vielen linken und linksradikalen Strukturen und Denkweisen fort: Autoritarismus, Mackertum und die Herrschaft von Menschen über andere Menschen.
Das kann sich in sexistischem Verhalten äußern, in der Vorliebe fürs Agitieren statt fürs Argumentieren oder in der Vorstellung, antifaschistische Akteurinnen seien stets im Recht, egal was sie tun. Ebenso in einem soldatischen Verständnis der eigenen Rolle und im Glauben, man sei zur „Führung der Arbeiterklasse“ berufen. Der Griff in die Mottenkiste staatssozialistischer Parteidiktaturen und Sympathie für autoritäre Führergestalten wie Lenin liegen da oft nahe. Der Glaube, „die Klasse und das Volk“ brauche eigentlich nur die richtigen Führer, korreliert zudem mit zwei ebenso absurden wie folgenreichen Fehleinschätzungen: Bürgerlich-rechtsstaatliche Verhältnisse seien letztlich ebenfalls „faschistisch“ und Nationalsozialismus und Antisemitismus seien die Folge rechter Verführungskünste.
Doch Arbeiterinnen sind nicht von Autoritären und Faschisten „verführt“, sie haben ihren eigenen Kopf. Können sie ihre Arbeitskraft nicht verkaufen, ist ihr Lebensunterhalt gefährdet. Dieser Zwang ist eine Brutstätte des Autoritarismus. Zumal in Krisenzeiten. „Wer setzt sich durch – ich oder du, wir oder sie?“ Die rechte Welle entspringt der menschenfeindlichen kapitalistischen Ellenbogenkonkurrenz.
Klassenkampf muss sein. Aber höherer Lohn macht nicht antirassistisch, bezahlbarer Wohnraum nicht feministisch und ein Kindergartenplatz nicht kritisch gegen Verschwörungsdenken. Nur Kämpfe, die die Fesseln des Interesses von Arbeitskraftverkäufer*innen sprengen, können antikapitalistisch, antipatriarchal und antifaschistisch sein. „Klassenidentität“ hilft da nicht weiter.
Der Referent entwickelt Essentials eines Antifaschismus, der aus eigenen Fehlern lernen, der autoritären Welle mit Aussicht auf Erfolg entgegentreten und Perspektiven für eine bessere Welt aufzeigen kann.
Der Vortrag wird etwa 1,5 Stunden dauern, im Anschluss besteht noch die Möglichkeit in entspannter Runde gemeinsam zu diskutieren und ins Gespräch zu kommen.
Lothar Galow-Bergemann begann 1971 in der Krankenpflege zu arbeiten und war aktiver Gewerkschafter und Personalrat im Klinikum Mannheim und im Klinikum Stuttgart. Er hält die Überwindung des Kapitalismus für dringender denn je, kennt aber auch die Verirrungen linker Holzwege und glaubt, man sollte aus ihnen lernen. Er schreibt u.a. für Jungle World und Emma und Fritz
Feminismus seit dem 7. Oktober – Wo bleibt der Universalismus?
Vortrag und Diskussion mit Debora Eller
Eine Veranstaltung der Falken Jena
17.04.2026
18:30 Uhr
Universitätshauptgebäude (Fürstengraben 1); Hörsaal 024
Nach einer feministischen Demonstration in Berlin Ende 2024 sorgte ein Foto für Empörung: Eine Demonstrantin trug einen »I love Hamas«-Sticker.
Kritik daran wurde von ihr als „weißer“ oder „westlicher“ Feminismus zurückgewiesen.
Der Vortrag untersucht den behaupteten Feminismus antiisraelischer Aktivistinnen. Auffällig sind dabei deren selektive Empörung über sexuelle Gewalt und die fehlende Solidarität mit jüdischen und israelischen Opfern.
Der eigentlich zentrale Faktor Geschlecht wird ausgeblendet: Eine Analyse wird hier nur anhand der Achsen westlich/nicht-westlich, Unterdrückte/Unterdrücker oder imperialistisch/kolonisiert vorgenommen. Das untersuchte feministische Milieu blendet patriarchale Herrschaftsverhältnisse, Misogynie, LGBT-Feindlichkeit und vor allem Antisemitismus innerhalb nicht-westlicher Gesellschaften aus und glorifiziert islamistische Akteure.
Ausgehend von feministischer Psychoanalyse und der Kritischen Theorie Adornos fragt der Vortrag nach den Ursachen dieser politischen Parteinahme. Dabei wird die Bedeutung von Ohnmachts-gefühlen und Aktionismus genauer in den Blick genommen.
Debora Eller ist Soziologin und Publizistin mit den Schwerpunkten feministische Theorie, Sozialpsychologie und Kritik des Antisemitismus.
Lesekreis Erziehung zu kommenden Welten
Unter den aktuellen poltischen Umständen bleibt oft nur die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aussichtsreich. Kritische Bildungs- und Erziehungskonzepte versprechen die Möglichkeit einer radikalen gesellschaftlichen Veränderung. Doch wie kann eine solche Erziehung aussehen und ist das ganze in einer kapitalistischen Gesellschaft umsetzbar ?
Wie reagieren wir durch Bildung auf den Rechtsruck und welche Konsequenzen sollte eine kritische Pädagogik aus den NS-Verbrechen ziehen ?
Gemeinsam wollen wir über diese Fragen diskutieren.
Die erste Sitzung soll einen kleinen Einblick in die historische sozialistische Erziehung bieten.
Außerdem gibt es einen Ausblick auf mögliche Texte und die gemeinsame Suche nach einem regelmäßigen Termin
Termin: 30.03.2026
18.30 Uhr
Falkenraum, Dornburger Straße 17
Irans hybride Kriegsführung in Europa und die Rolle Katars (Vortrag und Diskussion)
26.03.26 – 19 Uhr c.t. – Carl-Zeiß-Str. 3; Hörsaal 5
Irans hybride Kriegsführung in Europa und die Rolle Katars (Vortrag und Diskussion)
mit Rebecca Schönenbach
Terrorfinanzierung, Einflussnahme und Desinformationskampagnen
Die brutale Niederschlagung der iranischen Proteste durch die Islamische Republik ebenso wie die Angriffe der USA und Israels auf das iranische Regime haben den Iran medial in den Mittelpunkt gerückt.
Doch nicht nur im Nahen Osten, sondern auch in Europa und Deutschland versucht der Iran ebenso wie Katar ideologisch wie politisch Einfluss zu nehmen.
Der Vortrag thematisiert, wie der Iran und Katar dabei vorgehen und welche sicherheits- und gesellschaftspolitischen Bedrohungen sich daraus ergeben. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Fragen und Diskussion.
Rebecca Schönenbach arbeitet als unabhängige Beraterin im Bereich Terrorismus- und Extremismusbekämpfung mit Fokus auf Finanzierung und Struktur von Islamismus und auslandsbezogenem Extremismus für NGOs, Unternehmen, Sicherheitsbehörden und Politik.
Workshop: Was bringt den Kapitalismus an sein Ende ?
16. März 2026 – 18:30 Uhr – Dornburger Str. 17, Jena
Unter dem Begriff „Revisionismusstreit“ diskutierte die Arbeiter* innenbewegung schon vor über 100 Jahren, inwieweit das bisherige klassenkämpferische und revolutionäre Parteiprogramm der SPD überholt sei und durch Parlamentarismus und Reformismus abgelöst werden müsse.
Im Workshop soll der damalige Streit nachgezeichnet und das Spannungsfeld zwischen orthodoxem Marxismus, “Linksrevisionismus“ und Reformismus betrachtet werden. Wir werden zusammen Ausschnitte aus der damaligen Debatte zwischen Bernstein und Luxemburg lesen und diskutieren.
Einsteiger*innenfreundlichkeit: 1/3
Textarbeit: 2/3
Methodenfeuerwerk: 2/3
Falken-Februar
Unsere Veranstaltungen im Februar:
Freitag, 06.02.2026 – Tanken und zanken , 18 Uhr Falkenraum
Dienstag, 17.02.2026 Gemeinsames Plenum mit den Falken Erfurt und Diskussion zum Thema linke Perspektiven auf Drogenpolitk, 19 Uhr Falkenraum
Montag, 23.02.2026 Filmabend: Die Utopie leben – Ein Blick auf den spanischen Anarchismus, 19 Uhr Falkenraum
Kommt vorbei, alle unsere Veranstaltungen finden im Falkenraum in der Dornburger Straße 17 statt.
Tanken und zanken
2026 und das Tanken und Zanken geht am 06. Februar 2026 in die nächste Runde. Zum ersten Mal bei den Falken Jena und die erste Veranstaltung im neuen Falkenraum der Dornburger Straße 17. Also kommt vorbei, schnappt euch eure Genoss*innen und Friends und lasst uns einen netten Abend verbringen. Getränke auf Spendenbasis sind vorhanden, bringt gerne auch eigene Spiele mit. Wir freuen uns auf euch.
Normal – Eine Besichtigung des Wahns
Normal – Eine Besichtigung des Wahns
Ein Abend gegen Irrationalismus und instrumentelle Vernunft
von und mit Thomas Ebermann & Thorsten Mense & Flo Thamer
- November 2025 Einlass ab 18:30 Uhr Beginn 19:00 Uhr MVZ Wagner, Kochstraße 2a
Eintritt frei. Um eine Spende wird gebeten.
Im Anschluss an das Programm gibt es die Möglichkeit noch etwas im MVZ Wagner zu verweilen.
Normal ist, wer gesund ist und arbeiten kann. Der Sportsfreund schätzt die »gesunde Härte«, und selbst der Verstand hat gesund zu sein. Die Zahl jener, die Kosten verursachen, – ob als Sozialschmarotzer, chronisch Kranke, (von der Gesellschaft) Behinderte oder »Irre« –, muss überschaubar gehalten werden.
Normal wird überall gefordert und nostalgisch herbeigesehnt, bedeutet aber auch: Klimakrise, Faschisierung, Kriege, Pandemie. Eine Krise löst die nächste ab, von normal zu sprechen scheint vielmehr wahnsinnig als vernünftig.
Auf Bühne und Leinwand besichtigen Thomas Ebermann, Thorsten Mense & Flo Thamer angemessen polemisch, satirisch wie analytisch, fragend und kritisierend den ganz normalen Wahn und den Wahn der Normalität, das Pathogene im Normalen, und das Irrationale, das nicht das Gegenteil des Normalen ist, sondern aus diesem erwächst. Es wird so witzig, wie Adornos Stahlbäder lustig sind.
Weitere Infos zum Programm unter: https://www.vernunftwahn.de/
Offenes Plenum am 20.10.2025
Am nächsten Montag ist es so weit, unser nächstes offenes Plenum findet statt. Am Lagerfeuer wollen wir uns vorstellen, kennenlernen und gemeinsam Pläne für das nächste Jahr schmieden. Auch wenn ihr die Falken noch nicht kennt, oder unsicher seid, lohnt es sich vorbeizukommen. In den kommenden Wochen wollen wir gemeinsam diskutieren, Gesellschaft hinterfragen und uns als Gruppe neu zusammenfinden.
Das offene Plenum findet am Montag, dem 20.10.2025 ab 19 Uhr im demokratischen Jugendring, in der Seidelstraße 21 statt. Für Snacks und Getränke ist gesorgt.
