Ausstellung zum Arbeitermord von Mechterstädt

Liebe Genossinnen & Genossen,

diesen Donnerstag, den 07. April, wollen wir eine Klassenfahrt nach Gotha zur Austellung über den Arbeitermord in Mechterstädt machen. Am selben Abend findet zum Thema eine Filmvorführung statt.

In Jena (Paradies) fährt der Zug 11:26 Uhr und in Erfurt am Hbf. um 12:12 Uhr ab.

Wir freuen uns auf euch!

Vortrag und Diskussion: Die Rückkehr der zwischenimperialistischen Konkurrenz

Wann: 26. März um 20 Uhr
Wo: Demokratischer Jugendring Jena (Seidelstr. 21, Jena)

Am 26.03.2016 wird in Jena unsere Osterkonferenz stattfinden. Im Rahmen der Veranstaltung und als Abschluss derselben wird Dr. David Salomon einen Vortrag zum Thema „Die Rükkehr der zwischenimperialistischen Konkurrenz“ halten.

Klassische Imperialismustheoretiker waren sich einig darin, dass es eine Tendenz des Kapitalismus sei, die kapitalistischen Metropolen in den Krieg gegeneinander zu treiben.

Der Erste Weltkrieg bestätigte diese Einschätzung. Seither sind 100 Jahre vergangen. In der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts war es nicht nur der Kalte Krieg mit seinem Systemgegensatz, sondern auch eine zunehmende Kapitalverflechtung zwischen den kapitalistischen Zentren, die die – freilich nie gänzlich verschwundene – zwischenimperialistische Konkurrenz in den Hintergrund treten ließ. Die Kriege der Nachkriegszeit fanden an der Peripherie statt, während sich „der Westen“ in militärischen und politischen Bündnissen zusammenfand. Eine solche Konstellation hatte Karl Kautsky 1915 als „Ultraimperialismus“ bezeichnet. Gegenwärtig jedoch ist kaum mehr zu leugnen, dass sich die Hegemonie der USA im Niedergang befindet. Auch wenn große Kriege zwischen neuen und alten kapitalistischen Hauptländern nach wie vor unwahrscheinlich sind, gewinnt interimperiale Konkurrenz in immer unübersichtlicher werdenden Konflikten wieder an Bedeutung – und mit ihr die offene Frage nach Alternativen zum heutigen Imperialismus und seinen Kriegen.

Prof. Dr. David Salomon ist Gastwissenschaftler am Institut für Sozialwissenschaften an der Universität Hildesheim
http://www.prokla.de/wp/wp-content/uploads/2015/salomon.pdf

Tagesseminar: Eurokrise oder Griechenlandkrise? Und wer hilft eigentlich wem wobei?

Wann: 19. März um 13:00-21:00 Uhr
Wo: Demokratischer Jugendring Jena (Seidelstr. 21, Jena)

Um eine vorherige Anmeldung unter info@falken-jena.de bis zum 16. März wird gebeten.

Dass die anhaltende Finanz- und Staatsschuldenkrise nicht eine übliche Konjunkturkrise ist, ist allen klar. Wenn Merkel in China auf Staatsbesuch ist, dann wird von der Euro-Krise gesprochen – es geht also um eine Krise, die gleich das Geld vieler Staaten betrifft. Wenn dagegen im Frühjahr 2015 eine linke Regierung versucht, das ihr auferlegte Austeritätsprogramm zu ändern, dann heißt das Ganze in den deutschen Zeitungen aber Griechenland-Krise. Mit dieser Bezeichnung soll ausgesagt sein: Griechische Regierungen haben es durch vermeidbare Misswirtschaft in der Vergangenheit verbockt und es liegt an der griechischen Regierung, da wieder raus zu kommen.

Auf der Veranstaltung soll noch einmal nachgezeichnet werden, wie die Finanzkrise zur Staatsverschuldungskrise wurde, weil alle Akteure genau das gemacht haben, was der kapitalistischen Logik entspricht. Weiter soll der Streit um die Krisenpolitik innerhalb der Euro-Länder behandelt werden und die Logik des deutschen Standpunktes erklärt werden, der sich durchgesetzt hat. Dabei soll nochmal deutlich gemacht werden, wem die „Hilfspakete“ an Griechenland eigentlich helfen und wobei. Denn eines kann ja stutzig machen: Die „Hilfspakete“, die als Kredit an Griechenland vergeben werden, sind genauso hoch, wie die Kredite, die Griechenland immer wieder zurückzahlen muss. Die These: Damit werden nicht nur die griechischen Schulden in Wert gehalten, sondern indirekt alle Staatsschulden der Euro-Länder. Das bedeutet, dass letztlich der Euro wieder das Sorgeobjekt ist, das hier kuriert werden soll.

Da das ganze Thema schwierig ist und auch die Thesen in dieser knappen Form abschrecken können, hier nochmal der Hinweis: Es wird versucht, das Thema Schritt für Schritt zu behandeln und alle Nachfragen sind willkommen. Der Workshop ist voraussetzungslos und alle, die mal einen Fuß in die Tür kriegen wollen, sind herzlich eingeladen.
Wenn ihr euch auf das Thema etwas vorbereiten wollt:

Text zur Finanzkrise 2008:
https://gegen-kapital-und-nation.org/was-ist-hier-eigentlich-los-finanzkrise-2008ff/

Text zur Staatsverschuldungskrise und einiges zum Thema
Staatsverschuldung überhaupt:
https://gegen-kapital-und-nation.org/staatsverschuldung/

Audio-Vortrag zum Streit zwischen Griechenland und Deutschland 2015:
https://gegen-kapital-und-nation.org/page/audio-mitschnite/

Ein Tagesseminar der Falken Jena mit einem Referenten der Gruppen gegen Kapital und Nation.

Buchvorstellung und Diskussion: Kritik des Staatsfeminismus

Staatsfeminismus

Wann: 17. März um 18:30 Uhr
Wo: Fürstengraben 1: UHG / Hörsaal 250 Jena

Gewöhnt daran, die Politik der letzten Jahrzehnte als neoliberal zu begreifen, stutzt man angesichts der Reformen im Bereich der Familienpolitik, die in den letzten zehn Jahren angeschoben wurden. Es ist unsinnig, dem Staat vorzuwerfen, er schiebe die gesellschaftliche Verantwortung für Mütter, Väter und Kinder ins Private ab. Im Gegenteil: In den Ausbau der Kinderbetreuung und ins Elterngeld wird viel Geld investiert – mit der Begründung, dass Frauen damit leichter Karriere machen könnten und die Emanzipation von Frauen in großen Schritten voranschreite.

Wenn weibliche Autonomie von staatlicher Seite angestrebt wird, ist es allerdings ratsam, genauer zu schauen, was damit gemeint ist. Bei so viel Zuwendung von Seiten des Staates, dem man noch nie zutraute, individuelles Glück im Fokus seiner Bemühungen zu haben, scheint Misstrauen nicht verkehrt: Wie soll es denn aussehen, mein reformiertes Leben als Frau oder Mann? Und wird damit die Gleichberechtigung der Geschlechter erreicht?

Gemeinsam mit der Referentin Andrea Trumann wollen wir die aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen des Geschlechterverhältnisses diskutieren und herausarbeiten, welche Gründe es für den politischen Wandel geben könnte.

Eine Veranstaltung der Falken Jena im Rahmen der Veranstaltungsreihe zum Frauenkampftag: http://frauenkampftagthueringen.blogsport.de/
Mit freundlicher Unterstützung der Linksjugend [’solid] Jena und Thüringen.
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Andrea Trumann arbeitet als Sozialpädagogin in der Jugendhilfe und ist Autorin des Standardwerks »Feministische Theorie. Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus« sowie des 2015 erschienenen Buches „Kritik des Staatsfeminismus, oder: Kinder, Küche, Kapitalismus“

Vortrag mit Medico International: Tödliche Textilien

NTUF Karatschi

Sklav*innen des 21. Jahrhunderts: Textilproduktion in Südasien, Fußgängerzonen in Deutschland, internationale Solidarität

Wann?: 3. Dezember, 19 Uhr
Wo?: Universität Jena, Carl-Zeiß-Str. 3, Hörsaal 8

Vor drei Jahren, am 11.9.2012, verbrannten in Karatschi/Pakistan 259 Arbeiter*innen in einer Fabrik, die fast ausschließlich für den deutschen Discounter KiK arbeiteten. Der Tag wird in Pakistan „Industrial 9/11“ genannt. Bei dem Brand bei Tazreen Fashion in Dhaka/Bangladesch im November desselben Jahres starben weitere über 100 Menschen – wieder ging es um Jeans und Shirts für deutsche, europäische und amerikanische Märkte. Im darauffolgenden April stürzte die Rana Plaza-Fabrik in Dhaka zusammen und begrub tausende Menschen unter sich.
Die Firmen, auf deren Rechnung da gestorben und tagtäglich hunderttausendfach gelitten wird, sitzen in unseren Fußgängerzonen: C&A, KiK, NKD, Adler, Mango, H&M, Benetton, Primark u.v. a. Sie versprechen Entschädigungen, verschleppen die Verhandlungen um Höhe und Auszahlung derselben und zahlen, wenn überhaupt, weniger als gefordert. In keiner der drei Katastrophen haben die überlebenden Arbeiter*innen ihr Recht bekommen. An ihrem Arbeits- und Lebensalltag hat sich kaum etwas geändert, an der Entlohnung nur das, was bitter erkämpft wurde. Gekämpft aber wird ununterbrochen, unter schwierigsten Bedingungen.
Auch für uns hat sich wenig geändert. Das war auch nicht zu erwarten und wird vorerst auch so bleiben. Wir sind nach wie vor, auch wenn wir das gar nicht sein wollen, die letzten Auftraggeber*innen der globalen Produktions- und Verwertungsketten. Doch auch hier ist Widerstand nötig und möglich.
Grund genug, den Stand der Dinge noch einmal durchzugehen und zu diskutieren, was sich ändern muss und was wir dafür tun können, in kurzer Frist und auf längerer Zeit.

Thomas Seibert ist Südasien-Referent bei medico international in Frankfurt, hat die Textilfabriken Dhakas und Karatschis besucht und mit den Arbeitern und Arbeiterinnen dort gesprochen. In Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka unterstützt medico Gewerkschaften und Arbeitsrechtsaktivist*innen.

Unser Redebeitrag auf der Kundgebung am 3. Oktober

Nach dem 27. Juni, als die „Europäische Aktion“ zuletzt versuchte, ihre menschenverachtende Ideologie auf die Straße zu tragen und aufgrund der Blockaden nur eine Runde auf dem Seidelparkplatz drehen durfte, haben es sich die Nazis für diesen deutschesten aller Tage erneut vorgenommen, die Innenstadt für sich zu beanspruchen. Mit dabei sind zusätzlich zu dem Netzwerk von Holocaustleugner_innen und Volkstümler_innen von der „Europäischen Aktion“ auch Thügida und die Partei „Die Rechte“.
Sie machen aus ihrer Gesinnung kein Geheimnis. Ihnen allen geht es um eine Wiederherstellung des durch sogenannte „Überfremdung“ bedrohten deutschen Volkes. Ihrer Auffassung nach sei das deutsche Volk, entstellt durch die Einwanderungen, der weltweiten Einflussnahme der Vereinigten Staaten und der Zerrüttung der deutschen Wertegemeinschaft, zu seiner vermeintlich „natürlich gewachsenen Ordnung“ zurückzuführen. Auch die Bestrebungen, die Massenarbeitslosigkeit der Deutschen zu bekämpfen und Sozialleistungen für Deutsche zu stärken, also die deutschen Opfer des Kapitalismus zu stützen, sind dabei nicht Ziel eines solidarischen, sondern eines völkischen Projekts. Dabei sind ihnen insbesondere Geflüchtete ein Dorn im Auge. Während „Die Rechte“ Geflüchtete mit Schwerkriminellen gleichsetzt, die angeblich Asylmissbrauch betreiben und Übergriffe auf Deutsche planen, liefert die „Europäische Aktion“ dazu den ideologischen Überbau einer weltweiten Verschwörung gegen das deutsche Volk, in dem die Geflüchteten lediglich die Bauernopfer darstellen. Sie sprechen in antisemitischer Manier davon, dass anonyme Kräfte, womit mal mehr mal weniger explizit Juden und Jüdinnen gemeint sind, in der Welt Unruhe und Krieg stiften, um mithilfe der dadurch entstehenden Flüchtlingsströme das deutsche Volk zu zerstören.

Mit Blick auf die deutsche Gesamtgesellschaft offenbaren sich ideologische Spaltungen. Zum einen sind in großen Kreisen lange gepflegte Ressentiments gegenüber Geflüchteten salonfähig geworden, ein anderer Teil der deutschen Bevölkerung versucht dem aktuell eine „Willkommenskultur“ entgegenzusetzen.
So begann mit der Einreise derjenigen Geflüchteten, die am Budapester Bahnhof feststeckten, eine regelrechte Solidaritätswelle. Die Ankommenden wurden eifrig beklatscht und bundesweit organisierten sich Menschen in Initiativen, um Kleidung, Essen und Hygieneartikel zu spenden. Gleichzeitig reagierten viele Menschen gegenüber den Anschlägen auf geplante Unterkünfte mit Empörung und Distanzierungen.
Misstrauisch stimmt dabei, wie gut sich die Hilfe für Geflüchtete mit der Darstellung eines „guten Deutschlands“ verträgt. Wenn auch manchmal mit kritischen Untertönen, weiß man sich mit dem Staat auf einer Seite und verbucht die Zuströme als Kompliment auf das Konto der nationalen Gemeinschaft. Grundsätzlich versteht man Deutschland wie auch die EU als Helferin in der Not, auch indem man fordert, sie müssten diese Rolle noch besser wahrnehmen.

Tatsächlich bereitet die deutsche Regierung aber gerade, während wir hier gegen die Rassist_innen, Antisemit_innen und Faschist_innen von Thügida, „Europäischer Aktion“ und „Die Rechte“ demonstrieren, eine Änderung des Asylrechts vor, die mit großer Wahrscheinlichkeit im Oktober durch die Parlamente gewunken werden wird.
Dabei geht es nicht nur um eine finanzielle Entlastung der Länder, um eine Änderung von Bau- und Bundesärzteordnung, sondern um eine erneute Verschärfung des Asylrechts. Laut dem Gesetzesentwurf sollen Albanien, Kosovo und Montenegro zu sicheren Herkunftsländern erklärt werden, um Asylbewerber_innen aus diesen Ländern schneller abschieben zu können. In Erstaufnahmelagern sollen wieder Geld- durch Sachleistungen ersetzt werden, die Residenzpflicht wird wieder eingeführt und die Duldungsfrist von sechs auf drei Monate verkürzt. Unter Hilfe verstehen wir etwas anderes! Vielmehr handelt es sich um eine Politik der Abschreckung und Abschottung.
Überdies möchte Deutschland sogenannte „Schleuser“ weiter kriminalisieren. Aufgrund ihrer angeblichen „Sozialschädlichkeit“ – so der O-Ton aus der Begründung des Gesetzesentwurfs – droht ihnen von nun an nicht mehr nur eine Geldstrafe, sondern gleich drei Monate Knast. Schon seit Monaten schießen sich die Medien auf Schleuser ein und tun gerade so, als seien sie es, die die Menschenleben ertrunkener oder erstickter Geflüchteter allein zu verantworten hätten. Dabei ist klar: Die Schleuser, die mit der Not von Flüchtlingen ihr Geld verdienen, sind für Schutzsuchende die einzige Möglichkeit, über die für sie hermetisch abgeriegelten Grenzen von EU und Deutschland doch noch in Sicherheit gelangen zu können. Dabei sind die Taktiken der Schleuser natürlich umso riskanter, je mehr Deutschland und die EU versuchen zu verhindern, dass Flüchtlinge überhaupt ihre Grenzen erreichen. Diese Abschottungsmaßnahmen sind keine neue Strategie, wie die Umstellung vom Seenotrettungsprogramm „Mare Nostrum“ auf das Grenzschutzprogramm „Triton“ bereits gezeigt hat.
Wir sagen daher: Die Toten im Mittelmeer und in den Lastwägen sind nicht die Toten der Schleuser – es sind die Toten Deutschlands und der Europäischen Union!

Wir können deshalb nicht bei der Forderung nach einer humaneren Flüchtlingspolitik stehenbleiben. Wir wissen, dass lebenswerte Bedingungen für Geflüchtete nie das Ziel von Asylpolitk waren. Das zeigt sich schon in der Einteilung in politische und wirtschaftliche Fluchtgründe. Wenn der Grund für die Flucht nicht die politische Verfolgung, sondern der verwehrte Zugriff auf das Lebensnotwendigste ist, werden die Geflüchteten möglichst schnell wieder abgeschoben.
Nicht erwähnt wird, dass Wirtschaftsflüchtlinge das Produkt internationaler Konkurrenz sind. In dieser sorgt die EU, insbesondere Deutschland, mit wirtschaftlich überlegenen Unternehmen dafür, es den sogenannten Entwicklungsländern unmöglich zu machen eine funktionierende Ökonomie aufzubauen Dabei ist globale Expansion kein Resultat von Boshaftigkeit, sie bedarf diplomatischer, politischer und notfalls militärischer Durchsetzung und entspringt der kapitalistischen Wirtschaftsordnung.
Solidarität darf sich deshalb nicht in der Verwaltung des Elends der Geflüchteten erschöpfen, sondern muss die Gründe dieses Elends in den Fokus nehmen!

Refugees Welcome! Freiheit ohne Grenzstein!

Ladenlokal der Falken Erfurt/Thüringen

Vor einigen Tagen haben die Falken Erfurt/Thüringen einen Mietvertrag für ein Ladenlokal unterzeichnen können. Die Räumlichkeiten liegen in der Thälmannstr. 26 (99085 Erfurt) und sind ungefähr 65 qm groß.
Die nächsten Monate werden dafür genutzt die Räumlichkeiten zu renovieren. Im Spätsommer wird es eine große Einweihungsparty geben.

Videos von den ersten beiden Renovierungsaktionen:
Video von der ersten Renovierungsaktion
Video von der zweiten Renovierungsaktion

Mehr Infos findet ihr unter:
Ladenlokal

Spannende Jour Fixe Veranstaltung der Falken Erfurt

Jour Fixe: Georg Lukács: Verdinglichung und Klassenbewusstsein

29. Juni 2015
Filler Erfurt (Schillerstr. 44, 99096 Erfurt)
19.30 Uhr

Georg Lukács Denken ist gekennzeichnet dadurch, dass er das Phänomen der Verdinglichung in das Zentrum seiner Überlegungen rückt. In seinem Werk „Geschichte und Klassenbewußtsein“ beschreibt er, wie sich die gesellschaftlichen Verhältnisse im Zeitalter der Warenproduktion in die Wahrnehmung der Subjekte einschreiben. Dies führt gemäß Lukács mithin dazu, dass sich die gesellschaftliche, also von den Menschen gemachte Welt, ihnen gegenüber darstellt, als würde sie außer ihnen existieren, zur zweiten Natur werden. Doch erschöpfen sich Georg Lukács Ausführungen nicht darin, die Hindernisse für die korrekte Erkenntnis der gesellschaftlichen Welt und damit der Errichtung einer befreiten Gesellschaft zu ergründen. Vielmehr ist ihm daran gelegen, entgegen den Tendenzen seiner eigenen Theorie das Proletariat, dem er ein objektiv vorhandenes Klassenbewusstsein zuschreibt, theoretisch als revolutionäres Subjekt zu retten.

Dies, also einige Aspekte des theoretischen Wirkens des Autoren von „Geschichte und Klassenbewußtsein“, sowie die Person Georg Lukács selbst, soll Gegenstand des Vortrages sowie des daran anschließenden Gesprächs sein.

Ferien von Deutschland machen!

Ferien von Deutschland machen – Das politische Sommercamp für junge Menschen ab 16 Jahren

Zeitraum: 23-30 Juli 2015
Auch in diesem Jahr werden wir am Antinationalen Sommercamp teilnehmen. Wir organisieren eine gemeinsame An/Abreise aus Erfurt und Jena. Teilnahmepreis inklusive gemeinsamer An/Abreise sind 77€. Übernachtet wird in Zelten.

Allgemeine Informationen:
Ferien von Deutschland machen
Eine Woche lang Sonne und Theorie, Sommer und Diskussion, Baden und Argumenten. Täglich werden dort zweimal zu entspannten Uhrzeiten vier bis sechs parallele Workshops angeboten, die, wie „im echten Leben“, in Konkurrenz stehen zu Schwimmen, Schlafen, Spaziergängen, Kickern, und Lagerfeuerromantik (letzteres sehr umstritten).
Es wird über sechzig Workshops geben, u.a. zu folgenden Themen (wird laufend aktualisiert, d.h. es kommen noch weitere Themen hinzu, wie wir auch noch andere Gruppen/Personen angefragt haben):

Aktuelles: § 218/Marsch fürs Leben/linke Kritik, Pegida, ISIS, Der Kampf um die Ukraine, TTiP/TISA und Co., Griechenland und die Euro-Krise
Grundlegendes: Europäische Asylpolitik, Schulkritik, Kritik der Sozialen Arbeit, Einführung in die Kapitalismuskritik, Anarchismus, Imperialismus, Geschlecht/Lohnarbeit/Bevölkerungspolitik, Antiziganismus, Menschenrechte.
Praktisches: Demonstrationen – wofür sind sie gut?, Kritik und Praxis, Streik

Anmeldung bis zum 01.07 unter:
kontakt@falken-thueringen.de

Wochenendseminar zum Thema Staatsfetischismus – oder: Warum die Staatsgewalt hinter dem Versprechen allgemeiner Gleichheit zu verschwinden scheint

Der kapitalistische Staat gilt Linken als Staat der Kapitalisten oder als Staat des Kapitals, als “Ausschuß, der die gemeinsamen Geschäfte der ganzen Bourgeoisklasse verwaltet” (MEW 4: 464) bzw. als die “Form, in der die Individuen der Gesellschaft sich bisher einen Gesamtausdruck gaben” (MEW 3: 77). Die entscheidende Frage ist: Warum fällt es so schwer den Staat als das wahrzunehmen, was er ist, in seiner Funktion als Gewalmonopolist der kapitalistischen Gesellschaft?

Die Gewalt- und Konkurrenzverhältnisse nehmen unter Kapital und Staat Formen an, die einen realen Schein von Gleichberechtigung erzeugen: Ob arm oder reich, vor dem Gesetz sind alle gleich. Ob Mann oder Frau, in der Politik sind alle Wahl-Stimmen gleich viel wert. Gegenüber den Anderen, die nicht zur eigenen Nation gehören, wird der “eigene” Staat als Schutzmacht angerufen. Kritische Theorie versucht dieses Phänomen mit den Begriffen des Rechtsfetischismus, Politikfetischismus und Staatsfetischismus zu erfassen.

Warum erscheint und wirkt der Staat als Friedensbringer und Ordnungmacht?
Wie verhüllt die Form Staat ihren eigenen Inhalt, die sozialen Verhältnisse?
Was folgt daraus für sozialistische Politik mit, im und gegen den Staat?

Anhand von Texten aus verschiedenen Epochen marxistischer Theoriebildung wollen wir uns an diesem Wochenende mit Überlegungen beschäftigen, die in diesem eine Aufklärung über den kapitalistischen Staat anstreben.

Dr. Alexander Neupert-Doppler, arbeitet als Bildungsreferent bei der Sozialistischen Jugend Rheinland-Pfalz in Trier. 2013 erschien sein Buch “Staatsfetischismus”, 2015 folgte der Band “Utopie” in der Reihe theorie.org beim Schmetterling-Verlag.

Organisatorisches:

Datum: 12-14.06.2015
Teilnahmebeitrag: 15€
Bettzeug bitte selbst mitbringen.
Gemeinsame An- und Abreise aus Erfurt
Wir übernachten in dem Falken Jugendheim Triebsdorf.

Anmeldung bis zum 01.06.2015 unter kontakt@falken-thueringen.de