#noAFD und alles ist gut?

Thesendiskussion zum Verständnis von Staat und Kapital am 15.06.2024 im Demokratischen Jugendring Jena (Seidelstraße 21). Das Thesenpapier zum vorab lesen gibt es hier!

Rechtsruck, Klimakrise und Wohlstandsverlust. Auf eigentlich alle drängenden Fragen unserer Zeit scheint die Politik keine Antworten zu finden. Sie inszeniert sich als Brandlöscher, der schlimmsten Symptome, während sich die Krisen immer weiter verschärfen. Da scheint es auch fast egal wer die Wahl gewinnt: der Gürtel schnallt sich immer enger, die Perspektive wird immer düsterer.

Doch wieso ist das so? Was zeichnet Staat und Kapital aus und in was für einem Verhältnis stehen sie zueinander? Wieso wird der demokratische Handlungsspielraum im Kapitalismus immer weiter eingeschränkt?

Gemeinsam mit euch wollen wir das Thema theoretisch und an konkreten Beispielen diskutieren: Wieso laufen Enteignungsbestrebungen von demokratischen Volksbegehren wie Deutsche Wohnen & Co. Enteignen ins Leere? Wieso gestaltet gerade die SPD munter an Bürgergeldreformen und Bezahlkarte für Geflüchtete mit? Wo ist der versprochene Klimaschutz der Grünen auf der Strecke geblieben? Und was hat das alles mit dem Erstarken der AfD zu tun?

Alle sind herzlich willkommen, ihr braucht keine Vorkenntnisse, nur Interesse am Thema. Danach wird noch am DJR gegrillt und Kaltgetränke geschlürft! Bei Fragen meldet euch gerne. Wir treffen uns am 15.06. um 13 Uhr im DJR (Seidelstraße 21).

Offenes Areitskreistreffen – Staatskritik

Wann: 23.10.2023 von 19-21Uhr
Wo: Demokratischer Jugendring Jena, Seidelstraße 21


Wir Falken beschäftigen uns mit jährlich wechselnden gesellschaftspolitischen Themen . In diesem Jahr wollen wir uns den verschiedenen Facetten des Themas Staatskritik widmen und gemeinsam diskutieren. Am 23.10. wollen wir uns mit euch über thematische Schwerpunkte austauschen und neuen Interesent*innen die Falken und den AK vorstellen.

Vortrag – Tove Soiland Sexuelle – Differenz – Lacans Verständnis von Geschlecht und seine feministische Bedeutung

Wo? Campus FSU Jena, Hörsaal 5
Wann? 07.03.2023,
Einlass: 18:30 Uhr,
Beginn: 19:00 Uhr

Was ist Geschlecht? Die Frage klingt ebenso banal wie sie schwierig zu beantworten ist. So stellte Freud nicht nur fest, dass es letztlich kein Kriterium für Männlichkeit und Weiblichkeit gebe, sondern er formulierte kühn, dass es überhaupt merkwürdig sei, dass sich Menschen zu Frauen und Männer entwickeln. Diese Linie nimmt der Französische Psychoanalytiker Jacques Lacan auf, indem er, rund ein halbes Jahrhundert nach Freud, Geschlechtlichkeit ganz von Eigenschaften löst und die beiden geschlechtlichen Positionen rein formal zu beschreiben sucht. Dass er sich dabei der modernen Logik bedient, ist nicht nur kurios, sondern bietet auch eine ganz andere Möglichkeit, über Geschlecht nachzudenken – und damit über die Frage, warum geschlechtliche Hierarchisierungen sich offenbar auch dann weiterhin halten, wenn Gesellschaften wie die Westlichen versuchen, die sogenannten gender roles weitegehen aufzuheben. Sind Geschlechter Rollen und damit als Verhalten zu verstehen, oder sind sie vielmehr dem geschuldet, was Lacan etwas geheimnisvoll „phallische Funktion“ nennt? Aber worin bestünde deren Geheimnis und was kann eine Feministin damit anfangen?
Biographisches:
Tove Soiland, studierte Geschichte, Philosophie und Germanistik in Zürich. Sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Innsbruck und hat an zahlreichen Universitäten Lehraufträge inne. In Zürich bietet sie seit Jahren Seminare für Frauen zu feministischer Theorie an. Ihre heutigen Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich Feministische Theorie, französische Psychoanalyse und Marxismus.
2008 promovierte sie an der Universität Zürich zu Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. 2009 schrieb sie für das Stadttheater Bern die szenische Lesung »Nehmen Sie Ihr Gender selbst in die Hand, Madam!«. 2003 initiierte sie den »Gender-Streit«, eine Kontroverse um die theoretischen Grundlagen des Gender-Begriffs. Im WS 2016/17 hatte sie die Klara-Marie-Faßbinder Gastprofessur an der Hochschule Ludwigshafen inne. 2016 erhielt sie für ihr feministisches Engagement den Ida Somazzi-Preis.

Vortrag – Ingo Elbe

Zum ersten Vortrag unserer Veranstaltungsreihe ‚Kritik an der Postmoderne‘ begrüßen wir Ingo Elbe in Jena

Wo? Campus FSU, Hörsaal 3,
Wann? 07.02.2023, Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:00 Uhr

Gestalten der Gegenaufklärung – Die postmoderne Querfront am Beispiel von Chantal Mouffes Theorie des Politischen

Chantal Mouffes Begriff des Politischen und ihre zusammen mit Ernesto Laclau erarbeitete ‚postmarxistische‘ Theorie des Populismus sind in aller Munde. Linkspopulistische Bewegungen wie Syriza oder Podemos betrachten die beiden gar als VordenkerInnen. Unter anderem mit Rekurs auf Laclau/Mouffe bildet sich derzeit auf akademischer und politischer Ebene eine ideologische Querfront, eine „productive convergence of the far Right and the far Left“, wie es eine postmoderne Philosophin mit begeisterter Zustimmung ausdrückt.
Der Vortrag stellt die inzwischen in weiten Teilen der akademischen Linken akzeptierte postmoderne ‚Theorie des Politischen‘ von Laclau/Mouffe dar. Es wird gezeigt, dass dieser Ansatz auf einer irrationalistischen Gesellschaftstheorie aufbaut, die unter anderem den Abhandlungen des faschistischen Rechtsphilosophen Carl Schmitt entnommen wurde. Ein Schwerpunkt wird dabei auf der Analyse von Laclaus und Mouffes antirealistischer Politikauffassung liegen.

Dr. Ingo Elbe ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Privatdozent an der Universität Oldenburg. Publikationen zum Thema Postmarxismus u.a.: Paradigmen anonymer Herrschaft. Politische Philosophie von Hobbes bis Arendt, Würzburg 2015; Politische Macht, Faschismus und Ideologie. Ernesto Laclaus Auseinandersetzung mit Nicos Poulantzas. In: A. Hetzel (Hg.): Radikale Demokratie. Zum Staatsverständnis von Chantal Mouffe und Ernesto Laclau, Baden-Baden 2017; Die postmoderne Querfront. Anmerkungen zu Chantal Mouffes Theorie des Politischen. In: Ingo Elbe, Gestalten der Gegenaufklärung. Untersuchungen zu Konservatismus, politischem Existentialismus und Postmoderne, 2. Aufl., Würzburg 2021

Offenes Plenum am 24.10.2022

Es ist wieder so weit! Am Montag, den 24.10. um 19 Uhr ist unser offenes Plenum.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung. Wir treten für eine andere, bessere Welt ein. Wir wollen uns helfen, anstatt wegzusehen; solidarisch handeln, anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es wichtig ist, sich zusammen zu tun. Gemeinsames Denken und Handeln ist notwendig, um Veränderung zu bewirken. Dafür wollen wir zusammen und voneinander lernen, zusammen kämpfen und unsere wenige Freizeit gemeinsam gestalten und genießen. Wir wollen einen Gegenpol zur alltäglichen Zumutung durch Schule, Uni oder Arbeit schaffen. Wir haben keine Lust darauf, uns einzufügen und uns krumm zu machen, um ein Leben voller Langeweile und Entbehrung zu führen. Dies sind nicht unvermeidbare Nebenwirkungen einer unveränderbaren Welt, sondern die konkreten Folgen dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, gegen die uns tausend gute Gründe einfallen und tausend Dinge, die wir gegen sie tun können.

Meldet euch bitte unter info@falken-jena.de an, wenn ihr vorbei schauen wollt. Alle Infos, auch zu Corona, schicken wir euch dann zu.

Offener Brief an die FSU Jena – Für den Erhalt der Geschlechtergeschichte!

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Walter Rosenthal,

wir, die Hochschulgruppe und der Kinder- und Jugendverband der Falken Jena, sind darauf aufmerksam geworden, dass der Lehrbereich der Geschlechtergeschichte bis 2025 gestrichen werden soll. Als Studierende und aktiver Teil des Hochschullebens sind wir schockiert und empört über solch eine Entscheidung.

Wir als Falken Jena setzen uns mit verschiedenen Themen der sozialen Ungleichheit auseinander, so auch im Besonderen mit Geschlechtergerechtigkeit. Mit Vorträgen und Veranstaltungen tragen wir zur politischen Bildung und Demokratieförderung in Jena und insbesondere an der Friedrich-Schiller-Universität bei. Gleichzeitig beobachten wir diesen undemokratischen und intransparenten Prozess zur Streichung der Geschlechtergeschichte und möchten hiermit klare Stellung für den Erhalt der Professur für Geschlechtergeschichte beziehen.

Die aktuellen Ereignisse in der Welt – von den USA bis in den Iran und Afghanistan – führen uns die Dringlichkeit vor Augen, sich mit Geschlechtergerechtigkeit wissenschaftlich auseinanderzusetzen. Auch hier in Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlechter weder erreicht noch das Geschlechterverhältnis vollständig erforscht. Auch die Universität Jena führt verschiedene Maßnahmen durch, die die Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft unterstützen sollen. Hier sehen wir einen offenen Widerspruch zwischen diesen Bemühungen und der Entscheidung, den Lehrbereich für Geschlechtergeschichte und damit die ausführliche historisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema zu streichen. Die Friedrich-Schiller-Universität versucht mit Maßnahmen wie der „Tage der Vielfalt – Diversity Days“ und T-Shirts in Regenbogen-Farben ein Image von Vielfalt, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit zu erzeugen. Gleichzeitig soll eine wissenschaftliche Auseinandersetzung durch einen bereits existierenden Lehrbereich jedoch gestrichen werden. Das können wir nicht verstehen. Dabei ist es auch für aktuelle und zukünftige Maßnahmen der Geschlechtergerechtigkeit notwendig, Fragen von Geschlecht und damit Fragen der Gesellschaft in ihrem historischen Zusammenhang zu betrachten – gerade in der Wissenschaft.

Nicht nur, aber vor allem im Zuge eines Rechtsrucks hier in Deutschland und Europa, sind wir entsetzt darüber, dass man mit einer solchen Maßnahme, Forderungen und Wünsche der AfD inhaltlich in einem solch undemokratischen Prozess nachkommt. Bezugnehmend auf die Äußerungen von Prof. Dr. Gisela Mettele im Neuen Deutschland vom 26.09.2022 kritisieren wir weitergehend den Prozess, wie die Umwidmung der Geschlechtergeschichte zustande gekommen ist. Aus den Schilderungen geht hervor, dass die unterschiedlichen Statusgruppen nicht ausreichend eingebunden und die Entscheidung ohne hinreichende Debatten abgewickelt wurde.

Wir fordern den Einbezug von Studierenden und des akademischen Mittelbaus in einen solchen Entscheidungsprozess. Wir möchten uns entschieden dagegen aussprechen, dass einzelne Disziplinen und Lehrstühle gegeneinander ausgespielt werden. Stattdessen fordern wir eine solidarische Lösung, in der gemeinsam für eine Ausfinanzierung aller betroffenen Lehrbereiche gestritten wird. Wir fordern, dass Diversität und Demokratie an der Universität keine leeren Worte sind.

Geschlechtergeschichte erhalten!

Mit freundlichen Grüßen

Die Falken Jena Hochschulgruppe und SJD – Die Falken KV Jena

Safe Abortion Day – Vortrag mit Karin Kretschmer

Dieses Jahr wurde der § 219a StGB gestrichen, dadurch können Ärzt*innen uneingeschränkt über Schwangerschaftsabbrüche informieren. Die Streichung des § 219a ist ein kleiner Erfolg. Durch § 218 StGB sind Abtreibungen in Deutschland aber noch immer verboten. Dabei sind sexuelle und reproduktive Rechte Menschenrechte und es ist wie eh und je unabdingbar, dies bewusst zu machen, dafür zu kämpfen und die unterschiedlichen Zugangsbarrieren, insbesondere aus der intersektionalen Perspektive zu berücksichtigen. Anlässlich des Safe Abortion Day 2022 informiert der Vortrag über die aktuellen rechtlichen Regelungen und medizinischen Möglichkeiten des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland. Dabei werden historische Entwicklungen des Diskurses um den Schwangerschaftsabbruch, die vielseitigen Einflüsse sowie Erfahrungen aus der Beratung einbezogen. Im Anschluss an den Input kann der geschützte Rahmen für Austausch genutzt werden.

Karin Kretschmer ist Beraterin in der pro familia Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle Erfurt.
Anmeldung: info@falken-jena.de

Der Ort wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen
Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen
Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
rassistische, nationalistische, antisemitische, frauenfeindliche oder sonstige
menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind,
von der Versammlung ausgeschlossen.
Die Veranstalter behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch
zu machen.

Offenes Plenum

Wir laden euch recht herzlich ein, zu unserem Offenen Plenum am Montag den 29.11. um 19 Uhr zu kommen.

Wir Falken sind ein linker Kinder- und Jugendverband. Wir sind parteiunabhängig, aber parteiisch gegen Herrschaft und Ausbeutung und für eine andere, bessere Welt. Zusammen versuchen wir die Gesellschaft zu verstehen und zu verändern. Weil sowohl das Verstehen als auch das Ändern allein nicht gut funktionieren können, denken wir, dass es wichtig ist, sich zusammen zu tun. Gemeinsames Denken und Handeln ist notwendig, um Veränderung zu bewirken. Dafür wollen wir zusammen und voneinander lernen, zusammen kämpfen und unsere wenige Freizeit gemeinsam gestalten und genießen. Wir wollen einen Gegenpol zur alltäglichen Zumutung durch Schule, Uni oder Arbeit schaffen. Wir haben keine Lust darauf, uns einzufügen und uns krumm zu machen, um ein Leben voller Langeweile und Entbehrung zu führen. Dies sind nicht unvermeidbare Nebenwirkungen einer unveränderbaren Welt, sondern die konkreten Folgen dieser Gesellschaft – einer Gesellschaft, gegen die uns tausend gute Gründe einfallen und tausend Dinge, die wir gegen sie tun können.

Meldet euch bitte unter info@falken-jena.de an, wenn ihr vorbei schauen wollt. Alle Infos, auch zu Corona, schicken wir euch dann zu. Wenn ihr in der aktuellen Situation keine Lust auf ein Präsenzplenum habt, gebt uns gerne auch Bescheid. Wir finden bestimmt eine Lösung.

Facebook-Veranstaltung
Instagram

Alexander Hoffmann: “Umgang mit Übergriffen von Neonazis in Thüringen nach dem NSU”

30.10.21, 19:00 Uhr, Stadtkirche

Nächste Woche Samstag, am 30.10. um 19 Uhr findet die nächste Veranstaltung der Falken Jena, der JG Stadtmitte und weiteren Antifaschist_innen statt.

Alexander Hoffmann, u.a. Nebenklage-Anwalt im NSU Prozess und weiteren Prozessen zu Rechtsterrorismus, wird zum “Umgang mit Übergriffen von Neonazis in Thüringen nach dem NSU” referieren.

Es ist die letzte Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung “nichts gehört. nichts gesehen. nichts gewusst”, die ihr euch bis dahin noch in der Stadtkirche anschauen könnt!

Caro Keller (NSU-Watch): Lesung “Aufklären und Einmischen. Der NSU-Komplex und der Münchener Prozess”

14.10.21, 19:00 Uhr, Stadtkirche

Im Rahmen der Ausstellung “Nichts gehört. Nichts gesehen. Nichts gewusst.”, die derzeit in der Stadtkirche zu sehen ist, haben wir am Donnerstag Caro Keller von NSU-Watch zu einer Lesung eingeladen. Diese beginnt um 19 Uhr und wird vor allem das Unterstützungsnetzwerk behandeln.

Aufklären und einmischen – Der NSU-Komplex und der Münchener Prozess:

Im November 2011 kam eine rechtsterroristische Mord- und Anschlagsserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ans Licht, die in ihrer Dimension neu war. In den folgenden Untersuchungen formte sich ein erstes Bild des NSU-Komplexes. Dabei wurde deutlich, dass eine noch umfassendere juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung anstand. So beschlossen antifaschistische Initiativen und Einzelpersonen, die Arbeit am NSU-Komplex zu verstetigen, und gründeten »NSU-Watch«.

Neun Jahre später ist die Aufarbeitung des NSU-Komplexes noch lange nicht abgeschlossen, die Gefahr des rechten Terrors bleibt schrecklich aktuell. NSU-Watch hat den NSU-Prozess beobachtet, jeden Tag protokolliert und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Darüber hinaus haben sich Landesprojekte gegründet, die die parlamentarischen Aufklärungsbemühungen begleiten. Das zentrale Anliegen des Buches von NSU-Watch ist, die rassistischen Strukturen, die den NSU hervorbrachten, ihn wissentlich oder unwissentlich unterstützten und so zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle zwischen 1998 und 2011 möglich machten, entlang der Geschehnisse und Akteur*innen des NSU-Prozesses in München aufzuzeigen. Trotz der vielen offen gebliebenen Fragen soll das Buch eine Zwischenbilanz bieten, die antifaschistischer Demokratieförderung zugrunde gelegt werden kann.

Das Autor*innen-Kollektiv NSU-WATCH besteht aus Mitgliedern der unabhängigen Beobachtungsstelle NSU-Watch – Aufklären & Einmischen, die sich im Jahr 2012 gegründet hat, um die Aufklärungsbemühungen zum NSU-Komplex zu unterstützen und kritisch zu begleiten.

NSU-Watch wird von einem Bündnis aus rund einem Dutzend antifaschistischer und antirassistischer Gruppen und Einzelpersonen aus dem ganzen Bundesgebiet getragen, die teilweise seit Jahrzehnten zum Themenkomplex Rechter Terror arbeiten. Kern der Arbeit von NSU-Watch war bzw. ist die Beobachtung des NSU-Prozesses am Oberlandesgericht in München sowie der diversen parlamentarischen Untersuchungsausschüsse im Bundestag und in den Ländern.